"Killer-Queen" Fasan den Hals umgedreht

In Großbritannien sorgt das Verhalten von Queen Elizabeth II. für Irritationen. Tierschützer finden ihr Verhalten bei einer Jagd "abscheulich".


Liebt die Jagd: Queen Elizabeth II.
DPA

Liebt die Jagd: Queen Elizabeth II.

London - Königin Elizabeth II. hatte nach Zeitungsberichten einem verletzten Fasan während einer Jagdpartie auf ihrem Landsitz Sandringham den Hals umgedreht. Das von den Jagdgästen mit Schrot angeschossene Tier hatte sich die Queen zuvor von einem ihrer Labradors apportieren lassen. Am Sonntag nun erschien die Queen mit Fasanenfedern am Hut zum Kirchgang. Tierschützer fanden nicht nur den angeblichen Gnadenakt der Königin an dem angeschossenen Hühnervogel, sondern insgesamt "abscheulich", dass sich Königin Elizabeth, wenn auch nur als nicht-schießende Zuschauerin, an der Jagd beteiligte.

Eine klare Antwort der Königin erhielten die Tierschützer am Sonntag, doch ohne königliche Worte: Beim Kirchenbesuch erschien Elizabeth II. mit einem Hut, an dem Fasanenfedern wippten. Ein Angestellter des Palastes erklärte dem "Daily Express", dass dies durchaus als königliche Stellungnahme zu werten sei. "Die Queen würde sich niemals zu einer öffentlichen Debatte darüber herbeilassen, ob sie sich an einem Ereignis des Country-Sports beteiligen sollte oder nicht", belehrte der Mitarbeiter die Journalisten. Mit den Fasanen-Federn am Hut habe sie ihre Meinung aber doch deutlich genug gesagt.

Der "Sunday Mirror" hatte am Sonntag Fotos gedruckt, auf denen die Königin zu sehen ist, wie sie dem verletzten Fasan den Hals umdreht. Darüber stand die Schlagzeile: "Die Killer-Queen". Das Schwester-Blatt "Sunday People" schrieb über die Königin: "Sie hat diese hilflose Kreatur mit ihren bloßen Händen getötet, während sie Prinz Philip und den Gästen dabei zusah, wie die die Vögel abknallten."

Britische Tierschützer hatten darauf heftig reagiert. Es stelle sich gar nicht die Frage, ob dies Halsumdrehen womöglich ein Gnadenakt sei, sondern man müsse fragen, wer denn diesen armen Vogel in die elende Lage gebracht habe, sagte eine Sprecherin der Tierschutzorganisation "Protect Our Wild Animals" (Schützt unsere wild lebenden Tiere). Bei derartigen Schieß-Veranstaltungen bestehe schließlich immer das Risiko, dass die Vögel nicht "sauber" getötet würden, fand Steve Rackett, Sprecher der "Liga gegen grausame Sportarten".



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