Kunst von Kleinen DER SPIEGEL sucht sein Wunderkind

Können Kinder Künstler sein? Logo - wenn es nach dem Kunstmarkt geht. Vielleicht ist auch an uns ein "Mini-Monet" verloren gegangen. Wir zeigen frühe Werke von SPIEGEL-Kollegen - und Sie stimmen ab!

Sarah Heidi Engel

Das kreative Gekrakel von Kindern ist längst nicht mehr einfach nur niedlich - ein Goldrausch ist in vollem Gange. In TV-Beiträgen auf beiden Seiten des Atlantiks werden regelmäßig neue Kunst-Wunderkinder ausgerufen. Schon Zweijährige verdienen Tausende Euro mit ihren Gemälden. Da hätten wir "Mini-Monet", "Mini-Picasso" oder - halten Sie sich fest! - "Mikailangelo", sie werden mit Jackson Pollock verglichen, mit Jean-Michel Basquiat oder Cy Twombly.

Das ist natürlich alles Quatsch. Die oben genannten Künstler haben eine eigene Bildsprache, sie haben ein Werk erarbeitet und sich über Jahrzehnte entwickelt, während Kinder einfach drauflospinseln. Und das ist ja auch prima - wenn nicht ständig jemand "Wunderkind!" kreischen würde. Aber hey, Kinder sind niedlich! Und Wunderkinder natürlich noch mal extra klasse. Und sie verkaufen sich hervorragend. Auch weil eine gute Story manchem Käufer mehr wert ist als ein gutes Werk.

Und es gibt etwas, das an Kinderkunst noch toller ist: Kunstinterpretation ist eigentlich kein Selbstbedienungsladen, in den jeder reinlatschen und nach Belieben herumfabulieren kann. Aber: Bei Kindern finden viele das total okay. Schließlich wissen die ja selbst nicht genau, was sie da machen. Niedlich, oder?

Na, wenn das so ist, dachten wir uns. Niedlich waren Redakteurinnen und Redakteure des SPIEGEL auch mal. Vielleicht sind an uns Kunststars verloren gegangen? Also rauf auf die Dachböden und runter in die Keller der Eltern. Die alten Werke ausgegraben und entstaubt! Könnte ja sein, dass Geniestreiche darunter sind und es einfach keiner mitgekriegt hat.

Damit hier aber keiner mit großer Geste kündigt und dann doch kein unermesslich reicher ehemaliger Kinderkünstler von Weltrang wird, brauchen wir Ihre Hilfe. Stimmen Sie ab, welches Bild Ihrer Meinung nach mindestens in den Louvre gehört!

Das Bewerten von Kinderbildern gilt übrigens als Todsünde unter Pädagogen - egal, ob man die Werke Schrott nennt oder zu ganz großer Kunst erklärt. Aber weil unsere Kinderkünstler ja längst erwachsen sind, machen wir heute eine Ausnahme. Und keine Sorge: Alle unsere potenziellen kleinen Genies sind inzwischen einigermaßen emotional gefestigt.

Wählen Sie Ihr liebstes Werk. Sie sehen immer zwei Bilder im Vergleich. Klicken Sie auf das Bild, das Ihnen besser gefällt. Das andere verschwindet, ein neues erscheint - und am Ende ist ein Redakteur oder eine Redakteurin Kinderkunststar! Naja, zumindest Ihr persönlicher. Und Sie können außerdem sehen, wie andere abgestimmt haben.

bma



insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
argony 01.09.2019
1. Jaja, die Wunderkinder
... gibt es ja wirklich, nur allzuoft aber werden Wunder von hochgebildeten Leuten in die Welt gesetzt. So geschehen in Italien irgendwann in den 80ern: Ein Mutter schaut ihrer 4jährigen Tochter beim kitzeln zu und hört dabei im Radio von einem Wettbewerb in dem es um abstrakte Kunst geht. Die Mutti sendete aus Spaß das Werk von Fräulein Tochter ein und gewann damit...
dasfred 01.09.2019
2. Ich hatte viel Spaß mit dem Beitrag
Bei diesen Bildern könnte man verschiedene Kriterien zur Beurteilung ranziehen. Bei einigen bietet es sich Beispielsweise an, die Motive aufgrund ihrer Farbigkeit auf Textilien zu drucken und zu Hemden oder Dekostoff zu verarbeiten. Letztlich war aber mein persönlicher Sieger der Elefant von Armin Himmelrath. Zumindest hatte ich sofort die Assoziation zu einem Elefanten mit einem Rüssel der von einer Stubenfliege ausgestattet wurde. Das Motiv hat den stärksten Impuls bei mir ausgelöst.
matteo51 01.09.2019
3. Ehrlich gesagt...
...ich hab' mich schwergetan, diese wundervollen Werke gegeneinander zu bewerten. Jedes Bild ist einzigartig toll, dass jetzt über Talent/Genie/Können so - Entschuldigung - gefaselt wird, finde ich schräg und echt nicht passend,
FrankDunkel 01.09.2019
4.
Eine Diskussion darüber, ob diese Werke Kunst sind, erscheint mir zweitrangig. Sie sind in jedem Fall einzigartig und das macht sie wertvoll im imateriellen Sinne.
upalatus 01.09.2019
5. Früh die Mark&Pfennig-Bewertmentalität beibringen,
damit täten wir unseren Kindern und uns selbst keinen Gefallen. Bewertung von freier vergnüglicher Stifte- und Farbenschwingerei im beneidenswerten Nochnichterwachsenenzustand?? Lassen wir das doch und freuen uns (mitmachend!?) an der Freude der Kleinen mit Malen.
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