Kindesmissbrauch Der Bischof, der zu viel wusste

Was wiegt schwerer: das Beichtgeheimnis oder die Pflicht, ein Verbrechen anzuzeigen? In Frankreich wurde ein Bischof verurteilt, weil er sexuelle Übergriffe eines pädophilen Priesters nicht angezeigt hatte.


Monsignore Pican, Bischof von Bayeux, verlässt das Gericht in Caen
AFP

Monsignore Pican, Bischof von Bayeux, verlässt das Gericht in Caen

Caen - Der 66-jährige Bischof des nordwestfranzösischen Bayeux wurde zu einer dreimonatigen Gefängnisstrafe auf Bewährung verurteilt. Es war das erste Mal, dass ein Bischof in Frankreich sich wegen des Vorwurfs vor Gericht verantworten musste, sexuelle Übergriffe nicht angezeigt zu haben. Er muss außerdem jeweils einen symbolischen Franc Schmerzensgeld an die Zivilparteien der betroffenen Kinder zahlen. Die Kinder waren unter 15 Jahre alt, als sie von einem pädophilen Priester aus der Diözese des Bischofs sexuell missbraucht wurden.

Die Eltern mehrerer Opfer hatten den Bischof verklagt, weil er von dem Missbrauch ihrer Kinder gewusst, aber nichts dagegen unternommen habe. Der Priester war im Oktober vergangenen Jahres zu 18 Jahren Haft verurteilt worden.



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