Kleiderordnung Schülerinnen dürfen im Unterricht Bauchnabel zeigen

Lehrer und Jungen würden abgelenkt, wenn Mädchen im Klassenzimmer bauchfreie Tops trügen. Deshalb, so entschied eine mecklenburgische Schulleiterin, sollten Schülerinnen züchtig erscheinen. Die Schulkonferenz widersprach.


Wie bauchfrei ist "übertrieben freizügige Bekleidung"?
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Wie bauchfrei ist "übertrieben freizügige Bekleidung"?

Friedland - Die Schüler der besagten Haupt- und Realschule in Friedland (Mecklenburg-Vorpommern) dürfen sich künftig wieder so freizügig anziehen, wie sie möchten. Die Kleiderordnung war wegen der "sexy" Bekleidung einer 13-Jährigen verschärft worden. Nachdem sie in bauchfreier Aufmachung zum Unterricht erschienen war, wurde sie nach Hause geschickt. Die Jungen würden durch den Anblick von zu viel nackter Haut zu sehr abgelenkt, meinte die Schulleiterin. Die Mutter des Mädchens sah das nicht ein und meldete ihre Tochter an einer anderen Schule an.

Wie der zuständige Schulamtsleiter Hans-Jürgen Stein jetzt in Neubrandenburg mitteilte, habe die Schulkonferenz die alte Ordnung wieder hergestellt. Stein habe ein Fax der Schule erhalten, wonach der vor kurzem in die Hausordnung aufgenommene Zusatz, die Schüler dürften nicht in "übertrieben freizügiger Bekleidung" in der Schule erscheinen, wieder gestrichen wurde.

Schulamtsleiter Stein sagte, die Schule habe jetzt die richtige Schlussfolgerung gezogen. Für Mode gebe es keine Regularien. Angemessen sei die Kleidung dann, wenn sie nicht die Gesundheit anderer gefährde. "Bei Dreck verschmierter Kleidung zum Beispiel muss die Schule reagieren", sagte er.



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