Der Papst zum Klimagipfel "Die Welt steht an der Schwelle zum Selbstmord"

"Jetzt oder nie": Papst Franziskus hält die Klimakonferenz in Paris für die letzte Chance, den Globus zu retten.
Papst Franziskus: Appell an Teilnehmer der Klimakonferenz

Papst Franziskus: Appell an Teilnehmer der Klimakonferenz

Foto: GIUSEPPE CACACE/ AFP

Papst Franziskus sieht in der Weltklimakonferenz in Paris die letzte Chance der Menschheit, eine globale Umweltkatastrophe zu verhindern. Die Welt befinde sich an der Schwelle zum Selbstmord, sagte der 78-Jährige nach Abschluss seiner Afrika-Reise während des Rückflugs nach Rom.

Die Lage spitze sich von Jahr zu Jahr weiter zu, sagte Franziskus und nannte die schmelzenden Gletscher in Grönland und die steigenden Meeresspiegel als Beispiele.

Die Klimakonferenz in Paris soll ein Abkommen aushandeln, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu begrenzen und damit die Erderwärmung einzudämmen.

Franziskus bei einer Pressekonferenz im Flugzeug: "Jetzt oder nie".

Franziskus bei einer Pressekonferenz im Flugzeug: "Jetzt oder nie".

Foto: Daniel Dal Zennaro/ dpa

Papst Franziskus besuchte im Rahmen seiner ersten Afrika-Reise Kenia, Uganda und die Zentralafrikanische Republik. Auf der Pressekonferenz im Flugzeug nahm der Papst auch Stellung zur Nutzung von Kondomen und deutete eine gewisse Flexibilität in Bezug auf die ablehnende Haltung der katholischen Kirche gegenüber Verhütung an.

Die Frage, ob der Gebrauch von Kondomen zur Vermeidung von HIV-Infektionen erlaubt werden solle, stelle die Kirche vor ein "Dilemma", sagte Franziskus. Er vermied eine klare Aussage und antwortete mit einem Bibel-Gleichnis: Jesus sei einmal gefragt worden, ob es zulässig sei, am Sabbat Menschen zu heilen. "Es ist eine Pflicht, zu heilen", sagte Franziskus. Erst wenn alle geheilt seien "können wir vom Samstag sprechen". Der Papst sagte aber auch, es gebe größere Probleme wie soziale Ungleichheit, Hunger und Kriege.

Die Immunschwächekrankheit Aids ist laut der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung in Afrika die häufigste Todesursache in der Altersgruppe der 10- bis 19-Jährigen. Präventionsprogramme und Verhütungsangebote müssten ausgeweitet werden und sich gezielt an Jugendliche richten.

sun/AP/dpa