Frühpensionär gegen Verkehrssünder Gericht bescheinigt "Knöllchen-Horst" Denunziantentum

Bei seinen Mitbürgern in Osterode ist "Knöllchen-Horst" berühmt-berüchtigt. Zehnttausende Verkehrssünder hat er bereits angeschwärzt. Ein Gericht entschied nun: Wer so pedantisch die Delikte anderer zur Anzeige bringt, geht einer "denunziatorischen Tätigkeit" nach.
"Knöllchen-Horst" 2010 vor Gericht: Offizieller Denunziant

"Knöllchen-Horst" 2010 vor Gericht: Offizieller Denunziant

Foto: Mark Härtl/ dpa

Osterode - Sein Privatkrieg gegen Falschparker brachte ihm zweifelhaften Ruhm und den Spitznamen "Knöllchen-Horst" ein. Zehntausende Verkehrssünder hat der Frühpensionär aus dem Südharz im Laufe der Zeit im Kreis Osterode angezeigt. "Spießer" und "Pedant" lauteten da noch die netteren Beschimpfungen.

Nun hat "Knöllchen-Horst" es amtlich: Das niedersächsische Oberverwaltungsgericht Lüneburg hat ihm bescheinigt, ein Denunziant zu sein. Wer es sich zum Hobby mache, regelmäßig Falschparker aufzuschreiben, gehe einer "denunziatorischen Tätigkeit" nach und könne Behörden nicht zur Verfolgung der registrierten Ordnungswidrigkeiten zwingen, hieß es in einem Beschluss.

Die Richter wiesen den Antrag des Mannes auf Zulassung der Berufung gegen ein Urteil des Verwaltungsgerichts Göttingen zurück. Weil der Landkreis sich zuletzt immer öfter weigerte, die von "Knöllchen-Horst" zur Anzeige gebrachten Delikte zu bearbeiten, war der uneinsichtige Frührentner vor Gericht gezogen - ohne Erfolg.

"Knöllchen-Horst" hatte 2008 deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt, als er einen Rettungshubschrauber anzeigte, der während eines Notfalleinsatzes auf einem Bürgersteig stand. Richtig unsympathisch wurde er den Osterodern aber erst, als er selbst vor Gericht zog, um ein Knöllchen wegen zu schnellen Fahrens abzuwehren.

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