Frühpensionär gegen Verkehrssünder Gericht bescheinigt "Knöllchen-Horst" Denunziantentum

Bei seinen Mitbürgern in Osterode ist "Knöllchen-Horst" berühmt-berüchtigt. Zehnttausende Verkehrssünder hat er bereits angeschwärzt. Ein Gericht entschied nun: Wer so pedantisch die Delikte anderer zur Anzeige bringt, geht einer "denunziatorischen Tätigkeit" nach.

"Knöllchen-Horst" 2010 vor Gericht: Offizieller Denunziant
dpa

"Knöllchen-Horst" 2010 vor Gericht: Offizieller Denunziant


Osterode - Sein Privatkrieg gegen Falschparker brachte ihm zweifelhaften Ruhm und den Spitznamen "Knöllchen-Horst" ein. Zehntausende Verkehrssünder hat der Frühpensionär aus dem Südharz im Laufe der Zeit im Kreis Osterode angezeigt. "Spießer" und "Pedant" lauteten da noch die netteren Beschimpfungen.

Nun hat "Knöllchen-Horst" es amtlich: Das niedersächsische Oberverwaltungsgericht Lüneburg hat ihm bescheinigt, ein Denunziant zu sein. Wer es sich zum Hobby mache, regelmäßig Falschparker aufzuschreiben, gehe einer "denunziatorischen Tätigkeit" nach und könne Behörden nicht zur Verfolgung der registrierten Ordnungswidrigkeiten zwingen, hieß es in einem Beschluss.

Die Richter wiesen den Antrag des Mannes auf Zulassung der Berufung gegen ein Urteil des Verwaltungsgerichts Göttingen zurück. Weil der Landkreis sich zuletzt immer öfter weigerte, die von "Knöllchen-Horst" zur Anzeige gebrachten Delikte zu bearbeiten, war der uneinsichtige Frührentner vor Gericht gezogen - ohne Erfolg.

"Knöllchen-Horst" hatte 2008 deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt, als er einen Rettungshubschrauber anzeigte, der während eines Notfalleinsatzes auf einem Bürgersteig stand. Richtig unsympathisch wurde er den Osterodern aber erst, als er selbst vor Gericht zog, um ein Knöllchen wegen zu schnellen Fahrens abzuwehren.



insgesamt 29 Beiträge
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DorianH 25.09.2013
1.
Zitat von sysopdpaBei seinen Mitbürgern in Osterode ist "Knöllchen-Horst" berühmt-berüchtigt. Zehnttausende Verkehrssünder hat er bereits angeschwärzt. Ein Gericht entschied nun: Wer so pedantisch die Delikte anderer zur Anzeige bringt, geht einer "denunziatorischen Tätigkeit" nach. http://www.spiegel.de/panorama/knoellchen-horst-von-gericht-als-denunziant-charakterisiert-a-924538.html
Darüber kann man diskutieren? Was soll man denn zu so einer erbärmlichen Erscheinung noch Wesentliches sagen?
phrasensport 25.09.2013
2. Loben kann man!
Ich finds zum Beispiel recht nett, dass das Gericht hier "menschlich" entscheidet. Auch wenn es Delikte sind, so ist's irgendwann auch mal gut! Wenn das alle machen würde, so wie Horst, dann ist die NSA ja nur noch ein kleines Licht am 1984-Himmel! Ich park übrigens gerade falsch...
Heinrich@strassensheriff 25.09.2013
3. Maß halten ja, aber zu viele Autos haben wir auch
Den Herrn hätten wir auch deutlich runter geregelt, da das Maß eines sinnvollen Miteinanders übertreten ist. Die Community rund um die Straßensheriff-App hat eine Vision: Dahin rollen, urban sein und frei. Sich durch die Stadt bewegen können. Wir wollen clevere Städte, die Lebensqualität und Klimaschutz intelligent miteinander verbinden. Städte, die Rad- und Rollstuhlfahrern sowie Fußgängern gerecht werden. Unser Beitrag: Autofahrer, die respekt- oder gedankenlos Rad- und Gehwege zuparken, zum Mit- bzw. Umdenken zu bringen. Per App. Mit dem Aufkleber, einem Posting, einer freundlichen Botschaft oder – falls nötig – mit einer Anzeige. Denn zugeparkte Rad- und Gehwege sind eine Gefahr für Kinder und Kinder, Rad- und Rolli-Fahrer. Und zugeparkte Rad- und Gehwege verhindern das Erreichen von Klimaschutz-Zielen in unseren Städten. Deshalb wollen wir hier den Kommunen den Rücken stärken und gedankenlose Autofahrer zum Umdenken ermutigen. Mehr dazu unter www.startnext.de/die-strassensheriff-app. Und uns geht es um ein gutes Miteinander, aber auch um ein klares Einhalten und respektieren der gegenseitigen Verkehrsflächen.
herkurius 26.09.2013
4. Zum Kotzen ...
... dass hier jemand stur auf den Gesetzen besteht, die wir uns gegeben haben.
urknallmarinchen@yahoo.de 26.09.2013
5. Der größte Lump im ganzen Land...
...ist und bleibt der Denunziant! Hat der arme Mann keine Frau, kein Hobby, keine Aufgabe etc.pp, daß er sich mit solch' einem Schwachsinn seiner Daseinsberechtigung versichern muß? Sehr bedenklich, vielleicht sollte er mal einen guten Spezialisten aufsuchen - auch wenn ihm die Zwangsjacke erspart bleiben sollte...
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