Kölner Stadtverwaltung lehnt schwules Ampelpärchen mit seltsamer Begründung ab

Komisch, in anderen Städten war das kein Problem.
Foto: Julian Stratenschulte/ dpa

Dieser Beitrag wurde am 09.12.2018 auf bento.de veröffentlicht.

Sie sind rot oder grün, männlich oder weiblich – und auch west- oder ostdeutsch. Ampelfiguren oder Ampelmännchen gibt es in vielen Variationen. Seit einigen Jahren installieren immer mehr Städte außerdem auch noch schwule und lesbische Pärchen. Sie sollen nicht nur den Verkehr regeln, sondern auch noch zeigen, dass sich der Betrachter oder die Betrachterin in einer toleranten und weltoffenen Stadt befindet.

Auch im liberalen Köln gab es nun die Idee, einige schwule Ampelpärchen zu installieren. 

Die Stadt Köln, so der Initiator bei der Bezirksvertretung der Innenstadt, "würde damit ein Zeichen setzen für eine offene, vielfältige, bunte und vorurteilsfreie Stadtgesellschaft". Der Zeitpunkt könnte eigentlich kaum treffender sein: Denn im kommenden Jahr jährt sich der Stonewall-Aufstand queerer Menschen in New York zum 50. Mal. Es war der Startpunkt des CSD. 

Doch aus der Idee wird wohl vorerst nichts. Denn die Stadtverwaltung lehnt den Vorschlag ab. Mit einer fragwürdigen Begründung, wie der "Kölner Stadtanzeiger"  berichtet: Die Ablehnung erfolge aus Gründen der Verkehrssicherheit, so Verkehrsdezernentin Andrea Blome. Das Motiv entspräche weder der Straßenverkehrsordnung noch den Richtlinien für Lichtsignalanlagen.

Tatsächlich heißt es in der Straßenverkehrsordnung: 

Im Lichtzeichen für zu Fuß Gehende muss das rote Sinnbild einen stehenden, das grüne einen schreitenden zu Fuß Gehenden zeigen.

Ampelfiguren müssen laut Gesetz also Single sein

Doch in anderen deutschen Städten wie Frankfurt, Flensburg oder München war das kein wirkliches Problem. Hier hängen bereits seit Jahren schwule und lesbische Ampel-Pärchen, ohne dass es größere Konflikte gab. In Frankfurt wurden die Figuren einfach per Ausnahmegenehmigung montiert. 

Angestoßen wurden die Aktionen vor einigen Jahren in Wien. Dort wurden anlässlich des Eurovision Song Contests erstmals entsprechende Paare auf Ampeln gezeigt. Nach dem großen Zuspruch blieben sie dauerhaft in der Stadt. 

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