Kölner Nagelbombe Polizei nimmt zwei Verdächtige fest

Nach der erfolglosen Festnahme eines 23-Jährigen im Fall der Kölner Nagelbombe hat die Polizei nun wieder zwei Männer festgesetzt. Bisher ist aber völlig unklar, in welchem Zusammenhang sie mit der Tat stehen.


Schäden nach dem Anschlag: Bisher keine heiße Spur
DPA

Schäden nach dem Anschlag: Bisher keine heiße Spur

Köln - Die Festnahme erfolgte gut einen Monat nach dem Anschlag mit einer Nagelbombe in Köln mit 21 Verletzten und einen Tag nach einem großen Straßenfest in dem betroffenen Kölner Bezirk. Ein Polizeisprecher teilte mit, am Nachmittag seien zwei 28 Jahre alte Männer in Gewahrsam genommen worden und würden vernommen. Die beiden Deutsch-Türken stünden im Zusammenhang mit einem 23-Jährigen, der am Samstag mangels dringenden Tatverdachts wieder freigelassen worden sei.

Auch gegen die beiden Männer bestand den Angaben zufolge zunächst kein dringender Tatverdacht. "Es gibt da gewisse Verdachtsmomente. Somit gehören diese Männer auch zum Kreis möglicher Tatverdächtiger", sagte der Sprecher. Weitere Einzelheiten nannte er nicht.

Der am Freitag festgenommene 23-Jährige wurde nach zweitägigen Verhören am Samstagabend wieder auf freien Fuß gesetzt. Ein dringender Tatverdacht gegen ihn hatte nicht erhärtet werden können. Er hatte jede Beteiligung an dem Anschlag bestritten. Bei den umfangreichen Überprüfungen seiner Angaben konnte laut Polizei nicht nachgewiesen werden, dass er sich zur Tatzeit am Tatort aufgehalten hatte. Dennoch habe der 23-Jährige "widersprüchliche Angaben bezüglich seines Alibis" gemacht. Ob er nochmals vorgeladen werde, ist offen.

Bei der Detonation der mit etwa zehn Zentimeter langen Nägeln gespickten Bombe am 9. Juni im vor allem von Türken bewohnten Kölner Stadtteil Mülheim waren 21 Menschen zum Teil schwer verletzt worden. Durch die Wucht der Detonation gingen zahlreiche Glasscheiben in den umliegenden Häusern zu Bruch. Auch mehrere Autos wurden teils erheblich beschädigt. Die Ermittlungsbehörden gehen nicht von einem terroristischen Hintergrund des Anschlags aus.



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