Schlammlawine überlebt Kolumbien feiert wundersame Baby-Rettung

Zwei Tage nach dem verheerenden Erdrutsch in Kolumbien ist ein Säugling gerettet worden. Die Schlammlawine hatte den Jungen zwei Kilometer mitgerissen.

Älteres Handyfoto des geretteten Kindes: "Er war bewusstlos und konnte seine Augen nicht öffnen"
AFP

Älteres Handyfoto des geretteten Kindes: "Er war bewusstlos und konnte seine Augen nicht öffnen"


Die Retter fanden den kleinen Jhosep Diaz fast zwei Kilometer von dem Ort entfernt, an dem ihn seine Mutter ins Bett gelegt hatte. In der Nacht zum Montag war eine Schlammlawine durch den Bergort Salgar im Nordwesten Kolumbiens gerauscht. Die Erdmassen rissen das Haus mit dem elf Monate alten Baby mit sich. Dass Retter den Jungen zwei Tage später zwischen den Trümmern in seiner Wiege fanden, kommt den Kolumbianern wie ein Wunder vor.

"Er war bewusstlos und konnte seine kleinen Augen nicht öffnen, aber er lebte", berichtete Jesus Antonio Guisao, ein Mediziner, der den Jungen im Krankenhaus von Medellín behandelt. Jhosep sei unterkühlt gewesen, habe aber bis auf ein paar Abschürfungen und eine gebrochene Rippe keine äußerlichen Verletzungen davongetragen. Offenbar habe ihn die gut gepolsterte Wiege geschützt. Inzwischen haben sich auch seine Herztöne normalisiert.

Jhoseps Familie hatte weniger Glück. Zwölf Verwandte des Säuglings kamen bei der Katastrophe ums Leben, darunter auch seine Mutter. Vier weitere Angehörige werden noch immer vermisst. Die Suchmannschaften haben keine Hoffnung mehr, sie lebend zu finden.

Insgesamt waren bei dem Erdrutsch nach aktuellem Stand 78 Menschen getötet worden. Zwischen 50 und 80 Personen werden nach Angaben des Roten Kreuzes derzeit noch vermisst.

Alvaro Hernandez, der Großvater des Jungen, wird jetzt wohl die Fürsorge für Jhosep übernehmen, denn sein Vater war bereits im vergangenen Jahr gestorben. "Nach so vielen schlechten Nachrichten ist die Rettung meines Enkelsohns ein Wunder", sagte Hernandez.

Für fast genauso großes Aufsehen sorgte in Kolumbien die Rettung eines Hundes, der von den Schlammmassen mitgerissen wurde. Ein Helfer rettete das Tier, indem er in den Fluss sprang und es an Land zog. Ein Kollege konnte den Hund dann mit einer Herz-Lungen-Reanimation wiederbeleben. Anschließend tauften die Retter das Tier auf den Namen Esperanza - Hoffnung.

Geretteter Hund: Helfer tauften ihn auf den Namen Esperanza - Hoffnung.
AFP

Geretteter Hund: Helfer tauften ihn auf den Namen Esperanza - Hoffnung.

syd/AP



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