Kolumbien Deutscher Tourist von Rebellen verschleppt

Der Besuch bei der Ruinenstätte "Ciudad Perdida", der verlorenen Stadt, wurde acht ausländischen Touristen zum Verhängnis. Sie wurden in der nordkolumbianischen Region entführt - offenbar von links gerichteten Farc-Rebellen. Unter den Geiseln ist auch ein Deutscher.


Farc-Rebellen: Mehr als 200 Geiseln sollen in der Gewalt der Terroristen sein
AFP

Farc-Rebellen: Mehr als 200 Geiseln sollen in der Gewalt der Terroristen sein

Bogotá - Die Gruppe, zu der auch zwei Briten, vier Israelis und ein Spanier gehörten, habe die präkolumbianische Ruinenstadt etwa 700 Kilometer nördlich von der Hauptstadt Bogotá besucht, als sie ihren Entführern in die Arme liefen, sagte Polizeigeneral Luis Rodríguez, . Nach Angaben von Präsident Alvaro Uribe sind etwa 2000 Polizisten und Soldaten zur Befreiung der Touristen im Einsatz.

Indios in der Region hätten die Entführung beobachtet und die gefürchteten Rebellen von den marxistischen "Revolutionären Streitkräften Kolumbiens" als Täter genannt. Die Ausländer seien der Kampfgruppe 59 des Farc-Kommandanten Martín Caballero in die Hände gefallen.

Kolumbien ist das Land mit den weltweit meisten Entführungen. Seit Jahresbeginn wurden nach Informationen der Stiftung Pais Libre (Freies Land) 800 Menschen verschleppt. Etwa 40 Prozent aller Entführungsopfer befinden sich in der Gewalt der Farc. Dazu gehören drei Amerikaner, 21 Politiker, darunter die frühere Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt, sowie mindestens 39 Polizisten und Militärs. Die Rebellen fordern einen Austausch der Entführten gegen alle inhaftierten Mitglieder ihrer Organisation.

Ciudad Perdida liegt in der Sierra Nevada etwa 40 Kilometer südlich der Hafenstadt Santa Marta an der Karibikküste und 150 Kilometer östlich von Cartagena. In der Region der Provinz Magdalena sind neben den Farc auch das an Kuba orientierte "Nationale Befreiungsheer" (ELN) und rechte Paramilitärs aktiv.

Unterdessen berichtete das Militär von 22 getöteten Farc-Rebellen bei Kämpfen in der Nähe der Grenze zu Venezuela. Die Guerilleros seien während eines Großeinsatzes mehrerer tausend Soldaten gegen illegale Drogenplantagen erschossen worden, teilte ein Sprecher mit.



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