Kolumbien "El Loco" ermordete 140 Kinder

Luis Alfredo Garavito Cubillos, 42, wird traurigen Weltruhm erlangen: Er gilt als der furchtbarste Serienkiller der jüngeren Kriminalgeschichte. In Kolumbien vergewaltigte, ermordete und zerstückelte Cubillos mindestens 140 Kinder. Dort, wo er lebte, nannte man ihn "El Loco", den Verrückten.

Bogota - In Kolumbien ist der schlimmste Serienmörder der jüngeren Kriminalgeschichte gefasst worden. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft in Bogota hat der 42-jährige Luis Alfredo Garavito Cubillos den Mord an mindestens 140 Mädchen und Jungen im Alter zwischen acht und 16 Jahren gestanden. Garavito hat die zumeist aus ärmsten Verhältnissen stammenden Kinder brutal vergewaltigt und grausam ermordet. Er war im April nach längeren Ermittlungen verhaftet worden und hat der Staatsanwaltschaft zufolge "seelenruhig" ein Geständnis abgelegt.

Wie die Zeitung "El Espectador" am Samstag berichtete, fahndet die Polizei nach zwei möglichen Komplizinnen. "El Espectador" meldete, Garavito Cubillos habe sich als Mönch, Indianer, Behinderter oder Straßenverkäufer verkleidet und dann Schulen während der Unterrichtspausen besucht. Manchmal habe er sich auch als Vertreter von Stiftungen ausgegeben und somit offiziellen Zutritt zu den Schulen gehabt. Darüber hinaus seien Straßenkinder zu seinen Opfern geworden.

Es gebe genügend Hinweise, mit denen die Angaben von Garavito Cubillos gestützt werden könnten. "Einen solchen Täter hat es in Kolumbien noch nie gegeben", sagte Generalstaatsanwalt Alfonso Gomez.

In der Regel habe sich der Kinderkiller Opfer ausgesucht, die feine Gesichtszüge hatten. Auch auf Busbahnhöfen habe er Ausschau gehalten. Mit den Versprechen von Essen, Getränken oder auch Geld habe der Mann die Kinder von der Schule weggelockt, sie vergewaltigt und dann ermordet. Den meisten Opfern seien die Kehlen durchschnitten worden. Anschließend habe der Mörder sie zerstückelt.

Nach etlichen Funden von grausam ermordeten Kindern hatte es in Kolumbien in den vergangenen Jahren immer wieder geheißen, eine brutale Bande von Organhändlern triebe ihr Unwesen. So waren in dem Departement Risaralda über 40 Kinderleichen entdeckt worden. Ende vergangenen Jahres fand die Polizei in der Stadt Pereira unterhalb eines abgelegenen Hanges weitere 25 Opfer. Daraufhin sei eine landesweit tätige Sonderkommission gebildet worden, erklärte nun die Generalstaatsanwaltschaft. Auf Grund ihrer Ergebnisse sei Garavito Cubillos vor einem halben Jahr in Villavicencio verhaftet worden.

In Pereira soll der Mann zwei Freundinnen gehabt haben, nach denen die Sicherheitskräfte suchen. Möglicherweise hat der Kolumbianer auch im Nachbarland Ecuador Kinder ermordet.

Laut Gomez wird der 42-Jährige derzeit von Psychologen untersucht. In mehreren Städten, in denen er gelebt habe, sei Garavito "El Loco" (der Verrückte) genannt worden.

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