Farc-Rebellen Frieden in Kolumbien sorgt für Kokainboom in Europa

Der Friedensprozess in Kolumbien hat Folgen für Europa. Nach Informationen des SPIEGEL zieht die Einigung zwischen der Regierung und den Farc-Rebellen eine Kokainschwemme nach sich.
Zollbeamte mit 125 Kilogramm Kokain

Zollbeamte mit 125 Kilogramm Kokain

Foto: dpa Picture-Alliance / Lukas Schulze/ picture alliance / dpa

Mit Kokain bezahlte die linke Rebellenbewegung Farc einst ihren bewaffneten Kampf. Doch anstatt die Drogenproduktion auf dem Weg zum Frieden zu verringern, hat die Guerillatruppe nach einem Bericht des Uno-Drogenbüros UNODC die Anbaufläche von 2013 bis 2015 auf 96.000 Hektar verdoppelt.

Die Farc und einige ihrer Führer seien offenbar daran interessiert, finanzielle Reserven für die Zeit nach dem Kampf zu schaffen, vermuten Sicherheitsbehörden. Im Rahmen der Friedensverhandlungen hatte die kolumbianische Regierung sogar darauf verzichtet, Koka-Plantagen aus der Luft mit Pflanzengift zu zerstören. Die Kokainproduktion habe daher Rekordmengen erreicht. Und die werden kaum in Kolumbien bleiben. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

In Europa, wo sich die Schmuggelrouten zunehmend nach Norden verlagern, wird bereits mehr Stoff sichergestellt: Allein im Hafen von Antwerpen wurden im vergangenen Jahr 33,5 Tonnen Kokain beschlagnahmt, eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Bei einem Großhandelspreis von rund 25.000 Euro pro Kilogramm entspricht das einem Gesamtwert von etwa 850 Millionen Euro.

Es gebe bereits erste Anzeichen für einen Preisverfall, heißt es in Sicherheitskreisen. Ein Hauptakteur beim Import von Kokain ist immer noch die süditalienische 'Ndrangheta, allerdings drängen laut Bundeskriminalamt zunehmend Gruppen vom Balkan, insbesondere aus dem Kosovo, Albanien und Serbien auf den Markt.