Kolumbien Schlammlawine reißt mehr als 50 Menschen in den Tod

Eine Schlammlawine hat in Kolumbien zahlreiche Häuser mit sich gerissen. Mindestens 58 Menschen wurden getötet. Helfer graben mit bloßen Händen nach Überlebenden. Präsident Santos hat den Notstand ausgerufen.


Tagelang hatte es im Nordwesten Kolumbiens heftig geregnet. Irgendwann konnten die Deiche rund um den Fluss Liboriana das Wasser nicht mehr halten. Das Wasser trat über die Ufer und löste einen Erdrutsch aus, der große Teile des Dorfes Santa Margarita mit sich riss.

Nach Angaben der Polizei in der Provinz Antioquia wurden bei der Katastrophe mindestens 58 Menschen getötet und 37 weitere verletzt. Insgesamt riss die Schlammlawine 31 Häuser mit sich, die genaue Zahl der Vermissten ist derzeit noch unklar. Das Unglück ereignete sich um 3 Uhr nachts, als fast alle Einwohner in ihren Wohnungen waren.

"Der Fluss nahm alles mit, was in seinem Weg stand", sagte ein Augenzeuge. Rettungsteams suchten mit Hunden nach Verschütteten. Einwohner wühlten mit bloßen Händen in Geröll und Schlamm nach Angehörigen und Nachbarn. Auf Bildern der Luftwaffe und in Fernsehaufnahmen waren Straßen und Häuser zu sehen, die von den Erdmassen verschüttet wurden.

Aus Sorge vor weiteren Erdrutschen evakuierte die Armee zahlreiche Anwohner mit Hubschraubern. Insgesamt sind etwa 500 Menschen von dem Unglück betroffen.

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos machte sich vor Ort ein Bild von der Lage. "Niemand kann die Toten zurückholen. Aber wir müssen mit dieser Katastrophe umgehen so gut es geht", sagte der Staatschef.

Die Behörden riefen Freiwillige dazu auf, Wasser, Nahrungsmittel und Decken zu spenden. Für die nächsten Tage sind weitere schwere Regenfälle vorhergesagt.

syd/AP/Reuters



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