Komapatientin Schiavos Zustand war hoffnungslos

Das Gehirn der im März gestorbenen US-Komapatientin Terri Schiavo war so schwer geschädigt, dass keine Behandlung ihren Zustand hätte verbessern können. Es habe keine Hoffnung mehr für Schiavo gegeben, teilte ein Mediziner nach der Autopsie der Leiche mit.


Komapatientin Schiavo, Mutter Schindler: "Der Schaden war irreversibel"
DPA

Komapatientin Schiavo, Mutter Schindler: "Der Schaden war irreversibel"

Largo - "Der Schaden war irreversibel, und keine Therapie der Welt hätte den massiven Verlust von Nervenzellen ausgleichen können", sagte der Pathologe Jon Thogmartin heute während einer Pressekonferenz in Largo (US-Bundesstaat Florida). Schiavos Gehirn sei zum Zeitpunkt des Todes nur etwa halb so groß gewesen wie das eines gesunden Menschen und habe lediglich 615 Gramm gewogen. Das Wachkoma der Amerikanerin sei auch nicht auf körperliche Misshandlung zurückzuführen. Es gebe keinerlei Anzeichen dafür, dass sie von ihrem Ehemann misshandelt worden sei, teilte der zuständige Gerichtsmediziner mit.

Terri Schiavo war 1990 in ein sogenanntes Wachkoma verfallen und seitdem mit Hilfe einer Magensonde künstlich ernährt worden. Ihr Ehemann Michael Schiavo hatte in einem langen Rechtsstreit mit den Eltern Bob und Mary Schindler Mitte März 2005 die Entfernung der Magensonde zur künstlichen Ernährung seiner Frau erreicht. 13 Tage später, am 31. März, starb Terri Schiavo.

Ihr Fall hatte in aller Welt eine heftige Debatte Sterbehilfe ausgelöst. Die Ursache des Komas blieb indessen weiterhin unklar. Bob und Mary Schindler hatten Michael Schiavo vorgeworfen, er habe ihre Tochter zu erdrosseln versucht oder anderweitig misshandelt, was im Jahre 1990 ihren Zustand ausgelöst habe. Dem Obduktionsbericht zufolge gibt es dafür jedoch keinerlei Anzeichen.

Laut einer Studie aus dem Jahre 1992 war das Koma möglicherweise eine Folge von Essstörungen, die zum Herzinfarkt geführt hatten. Thogmartin zufolge hatte Schiavo jedoch keinen Infarkt erlitten, und auch für Essstörungen wurde kein Nachweis gefunden.



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