Kivusee im Kongo Dutzende Tote nach Schiffsunglück geborgen

Seit ein Passagierboot auf dem Kivusee im Kongo gekentert ist, werden mehr als Hundert Menschen vermisst. Nun sind an den Ufern des Sees knapp 30 Leichen aufgetaucht.

Mitarbeiter des Roten Kreuzes reinigen eine Trage, mit der eine Leiche transportiert wurde.
AFP

Mitarbeiter des Roten Kreuzes reinigen eine Trage, mit der eine Leiche transportiert wurde.


Vier Tage nach einem schweren Bootsunglück in der Demokratischen Republik Kongo sind 29 Tote geborgen worden. 15 Leichen seien an einem zu Ruanda gehörenden Strand des Kiwusees entdeckt worden, sagten Einsatzkräfte der Nachrichtenagentur AFP. 14 weitere Leichen wurden nach Angaben eines örtlichen Behördenvertreters am kongolesischen Ufer geborgen.

Das Boot hatte in der Nacht zum Dienstag in der Stadt Goma im Norden des Sees abgelegt und war auf dem Weg nach Kalehe im Osten von Kongo, als es kenterte. Das Rote Kreuz in Ruanda sucht seitdem nach Opfern des Unglücks.

Dazu, wie viele Menschen sich auf dem Boot befanden, gibt es widersprüchliche Angaben. Die offizielle Passagierliste verzeichnete 49 Erwachsene und sieben Kinder. Der kongolesische Präsident Félix Tshisekedi sprach dagegen von 142 trauernden Familien.

In der DR Kongo kommt es immer wieder zu Bootsunglücken mit vielen Todesopfern. Gründe sind meist die heillose Überfrachtung der überalterten Fahrzeuge sowie das Fehlen von Rettungswesten. Im vergangenen September starben beim Untergang eines Schiffes auf dem Mongala-Fluss mindestens 27 Menschen. Im Mai wurden nach einem Schiffsunglück auf dem Fluss Momboyo 50 Todesopfer geborgen.

Der Kivusee ist etwa fünf Mal so groß wie der Bodensee und trennt Kongo von Ruanda. Auf dem See verkehren viele Passagierboote, die unter anderem die Großstadt Goma am Nordende mit der südlichen Stadt Bukavu verbinden.

fek/AFP/dpa



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