Kongo Dutzende Menschen sterben bei Schiffsunglück

Bei einem Schiffsunfall in der Demokratischen Republik Kongo sind mindestens 80 Menschen ertrunken: Behördenangaben zufolge sank das überladene Boot auf einem Fluss im Westen des zentralafrikanischen Landes. Zuvor soll es einen Felsen gerammt haben.


Kinshasa - Das Schiff kenterte auf dem Fluss Kasai, einem Nebenfluss des Kongo: Bei dem Unglück im Westen der Demokratischen Republik Kongo sind mindestens 80 Menschen ertrunken, wie ein Regierungssprecher mitteilte. Einem Behördensprecher der Provinz Bandundu zufolge forderte das Unglück im Westen des Landes sogar mehr als 140 Tote. Wie die örtlichen Behörden am Donnerstag mitteilten, war das Schiff bereits am Mittwoch gesunken.

Derzeit sei eine Krisensitzung anberaumt, sagte ein Behördenvertreter. Das Schiff kam nach seinen Angaben aus dem Ort Mushi, etwa 30 Kilometer von der Provinzhauptstadt Bandundu entfernt. Die genaue Zahl der Passagiere war zunächst nicht bekannt, Schätzungen gehen von rund 200 Menschen an Bord aus. Regierungsangaben zufolge rammte das Schiff einen Felsen, bevor es kenterte. Es hätten schlechtes Wetter und schwierige Wasserverhältnisse geherrscht, sagte ein Polizeisprecher. Seinen Angaben zufolge war das Boot überladen.

Schiffe gehören zu den wichtigsten Verkehrsmitteln des zentralafrikanischen Staats. Dieser wird von zahlreichen Wasserläufen durchschnitten, darunter auch von dem mehr als 4000 Kilometer langen Kongo-Fluss.

Auf den Seen und Flüssen des Landes kommt es häufig zu Unfällen. Die Boote sind oft überladen und die Wasserwege nur unzureichend ausgebaut. Nur die wenigsten Schiffe sind mit Rettungswesten, Schlauchbooten oder Signallichtern ausgestattet. "Die Menschen hier können nicht schwimmen", sagte der Polizeisprecher.

wit/AFP/Reuters



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