Kongo Explosionsunglück forderte bis zu 100 Todesopfer

Durch die Explosion eines Munitionslagers auf dem Flughafen von Kinshasa sind möglicherweise bis zu hundert Menschen ums Leben gekommen. Über die Ursachen des Unglücks gibt es bislang nur Spekulationen.


Nairobi - Das Flughafengelände in Kinshasa war durch eine Reihe von Detonationen am Freitag weitgehend verwüstet worden. Der Flugbetrieb wurde vorübergehend eingestellt. Erst am Samstagnachmittag hatte die Feuerwehr den Brand völlig unter Kontrolle.

Rettungskräfte bargen bis Samstag mehrere Tote und zahlreiche Verletzte. Über die Zahl der Opfer gab es aber widersprüchliche Angaben. Das belgische Außenministerium sprach von etwa 40 Toten. Sicherheitskräfte äußerten jedoch die Befürchtung, dass noch etliche Tote unter den Trümmern des zerstörten Zollgebäudes auf dem Flughafen der kongolesischen Hauptstadt liegen könnten.

"Das Dach des Zollgebäudes ist völlig eingestürzt. Nach unseren Schätzungen befanden sich zum Unglückszeitpunkt zwischen 30 und 100 Menschen darin", sagte ein Augenzeuge. Durch die Druckwelle seien sämtliche Fensterscheiben des Passagier-Terminals zerschellt.

Über die Ursache des Unglücks gab es verschiedene Vermutungen. Ein Sprecher der kongolesischen Regierung erklärte am Samstag, ein Kurzschluss habe ein nahe gelegenes Lagerhaus in Brand gesetzt und die Explosion ausgelöst. "Das Feuer in einem der Lagerhäuser unweit des Militärflughafens griff auf eine Munitionsladung über, die dort zum Transport bereit lag", sagte Didier Mumengi.

Er widersprach damit Angaben von Augenzeugen, wonach sich die Explosion in einem Munitionslager der Armee Simbabwes ereignete. Das südafrikanische Land unterstützt die kongolesische Regierung in ihrem seit 19 Monaten währenden Bürgerkrieg gegen die Rebellen.

Ein Flughafenmitarbeiter erklärte dagegen, ein Soldat habe Granaten beim Entladen eines Flugzeugs fallen lassen und damit die Katastrophe ausgelöst. Eine startende Militärmaschine sei durch die Detonationen zum Absturz gebracht worden. Zwei weitere Flugzeuge, eine Boeing 707 einer nigerianischen Fluggesellschaft sowie ein Armeeflugzeug, wurden völlig zerstört.



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