Zeitschrift "Kot & Köter" ist pleite

Wulf Beleites war Chefredakteur und Herausgeber eines Blattes für Hundehasser. Jetzt gab der Hamburger das wahrscheinliche Ende seines Magazins "Kot & Köter" bekannt - mit einem Kalauer.

Hund und Hinterlassenschaft
Corbis

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Er füllte eine Nische im Zeitschriftenmarkt: Der Hamburger Journalist Wulf Beleites hat eine Art Zentralorgan für Leute gemacht, die keine Hunde mögen. "Kot & Köter" heißt sie, Untertitel - "Die Zeitschrift für den Deutschen Hundefeind".

Die erste Ausgabe erschien im Frühjahr 2014, finanziert durch Crowdfunding, inzwischen ist Heft Nummer sieben auf dem Markt. Es wird wohl kein weiteres folgen. "Ja, wir sind pleite, und wie es aussieht, ist diese die letzte Ausgabe", schreibt Chefredakteur und Herausgeber Beleites auf der Internetseite des Magazins.

Er verabschiedet sich mit einem flachen Wortspiel: "Auch diese fünf Euro in die Kalauerkasse werden es nicht reißen: 'Kot und Köter - tot und töter'". Typisch für die Linie des Blattes, die Beleites als "satirisch - bissig - realistisch" beschrieb. Man wolle übertreiben, "weil nur mit Übertreibung die Realität sichtbar wird, die Missstände aufgezeichnet werden".

Für Aufsehen sorgte "Kot & Köter" vor gut einem Jahr. Damals wurde kurzzeitig wegen des Verdachts der Aufforderung zu einer Straftat ermittelt - weil es in einer Textzeile des im Magazin erschienenen Liedes "Tauben vergiften" hieß: "Geh' ma Hundevergiften im Park".

Der Grund für das Aus war dies allerdings nicht. Es seien zu wenige Einzelhefte verkauft und Jahresabos vertreiben worden, schreibt Beleites nun. Das Ziel von 5000 Abonnenten sei verfehlt worden. Aber, so der Journalist, er hätte gar nicht damit gerechnet, überhaupt sieben Ausgaben produzieren zu können.

Und: Beleites liebäugelt offenbar schon mit einem neuen Crowdfunding-Projekt oder Solidaritätsabos, um "Kot & Köter" möglicherweise doch noch retten zu können.



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