Kranke Möpsin Emma Züchterin erstattet Hälfte des Kaufpreises

Nach jahrelangem Streit um eine kranke Hundedame haben sich eine Züchterin und das Frauchen vor dem Landgericht Ingolstadt geeinigt. Die Hälfte des Kaufpreises soll erstattet werden, weil die Möpsin unter zahlreichen Gebrechen leidet.

DPA

Emma war gerade mal zwei Jahre alt, als sie sich bereits wie eine Alte quälte: Bei Nässe und Kälte humpelte die Hundedame, Wirbelsäule, Knie und die Ellenbogen machten Probleme. Zur Arthrose kamen noch ein Sehschaden und Atemprobleme bei Hitze hinzu.

Frauchen Aurelia H. war empört, hatte ihr die Züchterin doch beim Kauf des Tieres versprochen, Emma sei kerngesund und genetisch nicht vorbelastet. Als die Möpsin aber nur noch mithilfe von Medikamenten und Akupunktur den Tag überstand, entschied sich H., auf Schadensersatz zu klagen. Auf mindestens 1400 Euro beliefen sich die Behandlungskosten, machte die 28-Jährige geltend.

Seit Ende 2013 zog sich der Streit hin. In erster Instanz war ein Gutachter zu der Überzeugung gelangt, dass Emma im Wesentlichen gesund sei. Jetzt haben sich die Parteien in zweiter Instanz vor dem Landgericht Ingolstadt auf einen Vergleich geeinigt: Die Züchterin zahlt der Käuferin der inzwischen knapp vier Jahre alten Emma 700 Euro Wertminderung, was dem halben Kaufpreis entspricht.

"Moderne Hexenjagd"

Die zum Prozess geladene Züchterin erschien krankheitsbedingt nicht vor dem Landgericht. Ihr Anwalt Wolfgang Maus erklärte, die in den sozialen Netzwerken verbreiteten Anschuldigungen hätten seiner Mandantin schwer geschadet. Sie sei in psychiatrischer Behandlung, sogar ihre Kinder würden beschimpft. "Das ist moderne Hexenjagd", so der Anwalt.

Der Vertreter der Klägerin, Andreas Ackenheil, beharrte darauf, dass Emmas Arthrose durch die Züchterin verschuldet sei. Die Mutter von Emma sei viel zu früh auf ihre Zuchtfähigkeit untersucht worden und habe dann ausbeuterisch oft Junge bekommen müssen. "Emma hat tagtäglich unter den Mängeln zu leiden", beklagte der Jurist. Außerdem sei das Gutachten fehlerhaft zustande gekommen.

Die Richterin hatte H. und deren Anwalt vor dem Vergleich klargemacht, dass sie wie schon 2013 das Amtsgericht kein Verschulden bei der Züchterin sieht und deshalb kein Schadensersatz verlangt werden kann. Dies hatte auch ein Gutachten festgestellt. In erster Instanz hatte Emmas Frauchen ein Vergleichsangebot der Gegenseite in Höhe von 500 Euro abgelehnt.

ala/dpa

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