Kreuz.net Kardinal Lehmann dankt Schwulen für Erfolg gegen Hetzportal

Das Hetzportal Kreuz.net ist offline, dazu hat maßgeblich ein Verlag für schwule Literatur beigetragen. Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann hat nun allen gedankt, "die zur Klärung beigetragen haben, auch wenn sie nicht Freunde der Kirche sind". Zugleich wies er Kritik an der Kirche zurück.
Lehmann: "Konnten keine Wege zur Aufklärung der Hintermänner von Kreuz.net finden"

Lehmann: "Konnten keine Wege zur Aufklärung der Hintermänner von Kreuz.net finden"

Foto: Rolf Vennenbernd/ dpa

Hamburg - Seit über einer Woche ist Kreuz.net nicht erreichbar, anscheinend haben Recherchen der Staatsanwaltschaften, vor allem aber die Initiative "Stoppt Kreuz.net"  die Macher des Hetzportals in die Defensive gedrängt.

Ein Erfolg, zu dem nun auch ein führendes Mitglied der katholischen Kirche gratuliert: Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann hat in einem Kommentar  für das Bistumsblatt "Glaube und Leben" allen gedankt, "die zur Klärung beigetragen haben, auch wenn sie nicht Freunde der Kirche sind".

Es sei für die Kirche beschämend, so Lehmann, "dass erst die Initiative des Bruno Gmünder Verlages und das Interesse des Bundeskriminalamtes zusammen mit der öffentlichen Debatte dem unheiligen Treiben ein Ende bereitet haben". Der auf Schwulenliteratur spezialisierte Verlag hatte die Initiative "Stoppt Kreuz.net" gestartet.

Zugleich verwahrte Lehmann sich und die Kirche vor der Kritik, man habe selbst zu wenig zur Aufdeckung der Hintermänner beigetragen. "Es bleibt dabei, dass wir von Seiten der Kirche im Rahmen der uns erlaubten Mittel keine Wege zur Aufklärung der Machenschaften und Hintermänner von Kreuz.net finden konnten." Dies heiße aber nicht, "dass wir kein glaubwürdiges Interesse an der Entlarvung gehabt hätten".

Lehmann verteidigte zudem seinen Entschluss, auf das Geständnis eines Priesters, Texte an an Kreuz.net geliefert zu haben, nicht mit arbeits- oder kirchenrechtlichen Konsequenzen reagiert zu haben. Es müsse auch in einer leidenschaftlich und emotional geführten Debatte möglich sein, "ein sachgerechtes und faires Urteil zu fällen".

In Richtung von Anti-Kreuz.net-Aktivisten schrieb Lehmann, die Debatte sei "auf der Linie einer umfassenden und fundamentalen Kirchenkritik" ausgereizt worden. "Diese Äußerungen verraten selbst, welches Geistes Kind sie sind."

bim
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