Kriegsgefangene Amerikas Helden sind zu Hause

Sie wurden gefeiert wie Fußballerstars, die gerade die Weltmeisterschaft für ihr Land gewonnen haben. Dabei ist ihr Gewinn viel größer: ihre Freiheit und ihr Leben. Die sieben US-Soldaten, die im Irak in Kriegsgefangenschaft geraten waren, sind zurück in ihrer Heimat.

Bagdad/Fort Bliss - Die Chancen, dass die sieben US-Soldaten die irakische Kriegsgefangenschaft überlebten, waren allgemein als gering angesehen worden. Vor allem als die TV-Bilder ihrer von irakischen Soldaten getöteten Kameraden um die Welt gingen: erschossen aus einem Hinterhalt, tot lagen die verdrehten Körper auf der staubigen Straße bei Nassirija.

Auch die Verschleppten selbst wurden bei Verhören gefilmt. Ihre Verwandten, Freunde und Landsmänner sahen ihre ängstlichen Mienen und ihre schüchternen Rechtfertigungsversuche.

Nun sind sie in der Heimat angekommen. Tausende Menschen kamen, um die Vermissten zu begrüßen. Stundenlang hatten Angehörigen und Freunde im texanischen Fort Bliss nahe El Paso auf die Rückkehr der Sieben gewartet, die drei Wochen lang in Kriegsgefangenschaft verbracht hatten.

Am Samstagnachmittag waren sie nach mehrtägiger Behandlung in Deutschland von Ramstein aus zurück in die USA geflogen.

Bei den ehemaligen Kriegsgefangenen handelt es sich um zwei Piloten eines abgeschossenen "Apache"-Hubschraubers und fünf Angehörige der 507. Versorgungskompanie aus Fort Bliss, darunter auch Specialist Shoshana Johnson, 30, die als Köchin die Truppe begleitet hatte.

Sie waren am 13. April - ebenso wie die später spektakulär befreite Jessica Lynch - bei Nassirija im Süden des Landes in irakische Gewalt geraten.