Kriminalität Angeklagter streitet Mord an Peggy ab

Im Mordfall Peggy hat der Angeklagte zwar zugegeben, früher Kinder sexuell belästigt zu haben. Mit der Tötung des neunjährigen Mädchens will er aber nichts zu tun haben.



Hof/Saale - "Er hat geschildert, wie es sich für ihn zugetragen hatte", sagte Rechtsanwältin Karola Böhm zum Abschluss des zweiten Verhandlungstages als Nebenklägervertreterin. Sie vertritt Susanne Knobloch, die Mutter von Peggy. "Er bleibt bei seiner letzten Aussage", betonte Verteidiger Walter Bagnoli. "Er hat den Mord nicht bestätigt".

Der 25 Jahre alte, geistig zurückgebliebene Ulvi K. aus dem oberfränkischen Lichtenberg hatte nach seiner Festnahme ein Geständnis abgelegt, dieses aber später widerrufen. Der Angeklagte soll am 7. Mai 2001 die neunjährige Peggy erstickt haben, um einen sexuellen Missbrauch zu vertuschen.

Der zweite Prozesstag vor dem Landgericht Hof fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Verhandlung wird am kommenden Dienstag ebenfalls nichtöffentlich fortgesetzt. Dann soll die Aussage des Angeklagten beendet werden. Als Zeugen sind dann nach Angaben von Gerichtssprecher Wolfgang Kienlein minderjährige Missbrauchopfer des 25-jährigen Angeklagten geladen.

Neben dem Mord an der seit Mai 2001 spurlos verschwundenen Peggy wird dem Angeklagten der sexuelle Missbrauch von Kindern in 26 Fällen vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft geht bei den Missbrauchfällen von einer Schuldunfähigkeit aus. Der Mann ist seit einer Hirnhautentzündung im Kleinkinderalter geistig zurückgeblieben. Verteidiger Wolfgang Schwemmer sagte, an einige Missbrauchfälle könne sich der Angeklagte nicht mehr erinnern, einige ihm angelastete Misshandlungen bestreite er, und einige gebe er zu.

Die Vernehmung des Angeklagten sei sehr mühsam, meinte Böhm. "Ich hoffe, dass er das Geständnis noch während des Prozesses wiederholt", sagte Böhm. Der Angeklagte hatte zunächst bei der Polizei die Tötung Peggys gestanden, das Geständnis aber später widerrufen. Der Ausschluss der Öffentlichkeit bringt nach Böhms Auffassung das Verfahren weiter. "Der Angeklagte wirkte am Mittwoch konzentrierter und konnte der Verhandlung besser folgen."

Besonders flüssig sei die Vernehmung gelaufen, als Peggys Mutter die Verhandlung verlassen habe. Die meiste Zeit aber verfolgte Peggys Mutter die Verhandlung. "Es ist wichtig für mich, ihm in die Augen zu sehen", sagte sie. Die 31-Jährige wollte zum Inhalt der Verhandlung keine näheren Angaben machen.

An insgesamt 16 Verhandlungstagen sollen mehr als 40 Zeugen und zwei Sachverständige gehört werden. Ein Urteil ist für Ende November vorgesehen.

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