Kriminalität Staatsanwaltschaft Trier ermittelt gegen Menschenfresser-Sekte

Die rheinland-pfälzischen Ermittler gehen ungeheuerlichen Vorwürfen nach: In Deutschland sollen Mitglieder einer Sekte bei okkulten Handlungen Vergewaltigungen und Morde begangen haben. Angeblich wurden auch Kinder getötet und anschließend gegessen.


Trier - Eine 34 Jahre alte Frau habe sich Mitte vergangenen Jahres an die Polizei gewendet und Verbrechen mit teilweise "erheblichem Gewaltpotenzial" angezeigt, bestätigte Oberstaatsanwalt Georg Jüngling aus Trier am Mittwoch einen entsprechenden Bericht des TV-Magazins "ZDF.reporter". Die Frau sei daraufhin vernommen worden, "damit Vorwürfe mit strafrelevantem Hintergrund von anderen getrennt werden konnten". Nun laufen Ermittlungen gegen mehrere Personen in verschiedenen Teilen Deutschlands - wegen zahlreicher "strafbarer sexueller Handlungen mit okkultem Hintergrund".

Zu den in der ZDF-Sendung geschilderten Taten - etwa Mord und Kannibalismus - wollte sich die Staatsanwaltschaft "aus Ermittlungsgründen" nicht äußern. Es würden Namen von Tätern und Zeugen genannt, die an schwarzen Messen teilgenommen haben sollen, sagte Jüngling. Einige der behaupteten rituellen Handlungen hätten sich in Trier zugetragen, lägen aber etwa 15 Jahre zurück. "Nicht verjährten Verbrechen gehen wir nach", erklärte der Staatsanwalt.

Die Redaktion "ZDF.reporter" hatte für Mittwochabend einen Bericht über die Machenschaften der Sekte angekündigt, angeblich soll die Frau Zeugin der Handlungen gewesen sein. Ihre Eltern seien Mitglieder der Sekte gewesen. Regelmäßig habe es Treffen gegeben, bei denen Frauen von den männlichen Mitgliedern vergewaltigt worden seien. Auf brutalste Weise seien Kinder getötet und anschließend verspeist worden, berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf den ZDF-Beitrag.



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