Stärke 6,4 Heftiges Erdbeben erschüttert Kroatien

Kroatien ist binnen wenigen Tagen ein zweites Mal von einem Erdbeben heimgesucht worden. Die Auswirkungen waren noch in Österreich zu spüren. Mindestens sieben Menschen sollen gestorben sein.
Zagreb nach dem Erdbeben

Zagreb nach dem Erdbeben

Foto: ANTONIO BRONIC / REUTERS

Ein Erdbeben der Stärke 6,4 hat nach Angaben von Seismologen erneut die kroatische Zentralregion erschüttert. Medienberichte sprachen von erheblichen Sachschäden in der kroatischen Hauptstadt sowie im Umfeld des Epizentrums, das rund 45 Kilometer südöstlich von Zagreb lag. Es war das zweite Beben in Folge innerhalb von 30 Stunden. Am Montag waren im selben Gebiet Erdstöße der Stärke 5,2 und 5,0 verzeichnet worden.

Die Zentren der Kleinstädte Sisak und Petrinja südöstlich von Zagreb lagen in Trümmern, wie kroatische Medien berichteten. Mindestens sieben Menschen sollen gestorben sein, unter ihnen ein zwölfjähriges Mädchen.

In Petrinja berichtete ein Reporter der Tageszeitung »Jutarnji List« von dramatischen Szenen. Sirenen von Feuerwehr- und Ambulanzwagen hallten durch die Stadt, bald zeigte sich ein Bild der Verwüstung. Aus Angst vor weiteren Erdstößen zogen sich Bewohner in den kleinen Stadtpark zurück. Rettungsmannschaften suchten unter Trümmern nach Verschütteten.

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Jede Hilfe zu spät kam für ein kleines Mädchen – herabfallende Trümmer hatten es erschlagen. Bürgermeister Darinko Dumbovic bestätigte den Tod des Kindes: »Es ist schrecklich, es gibt Opfer, es gibt Verletzte. Wir sahen, wie ein Kind auf dem Hauptplatz starb«, sagte er dem Nachrichtenportal 24sata.hr. 20 Bewohner der Stadt wurden den Angaben zufolge mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Vier Menschen starben im Dorf Majske Polinje westlich von Petrinja. Es handelte sich um vier Männer, unter ihnen ein Vater und sein Sohn, die in ihren Häusern unter den Trümmern begraben wurden, berichtete 24sata.hr unter Berufung auf eine Kommunalpolitikerin.

Immer wieder Erdbeben in der Region

Erst im März hatte ein Erdbeben der Stärke 5,4 in Zagreb große Schäden angerichtet. Eine Jugendliche war gestorben, mehr als zwei Dutzend Menschen waren verletzt worden.

In Österreich sprach die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Wien (ZAMG) von einer Stärke von 6,1. Das Beben war in vielen Regionen Österreichs spürbar, etwa in Kärnten, in der Steiermark und im Raum Wien.

Auch in einigen Gebieten Italiens war das Erdbeben zu spüren, wie die italienische Zivilschutzbehörde mitteilte. Die Behörde stehe im Kontakt mit ihren Einrichtungen vor Ort. Auf Twitter schrieben zahlreiche italienische User, sie hätten das Beben gespürt.

Auch Slowenien reagierte auf das Erdbeben. Das benachbarte Land schaltete umgehend das Atomkraftwerk Krsko ab. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, sagte eine Sprecherin der Anlage.

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Die Region ist stark erdbebengefährdet, weil sich dort die afrikanische Platte unter die eurasische schiebt. Das Erdbeben war auch im Süden Österreichs, in Slowenien sowie im Norden und Osten Kroatiens zu spüren.

Das wohl heftigste Erdbeben der jüngeren Vergangenheit in der Region ereignete sich weiter südlich in Albanien. Im November 2019 starben bei einem Beben der Stärke 6,4 Dutzende Menschen, mehr als 650 wurden verletzt. Wenige Tage später wurde auch Bosnien-Herzegowina von einem Erdbeben heimgesucht. Das Epizentrum befand sich 80 Kilometer südlich von Sarajevo. Damit lag es etwa 250 Kilometer entfernt vom Epizentrum des albanischen Bebens.

bam/dpa
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