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Urlaubsinsel Kreta Krokodil im Stausee treibt Jäger zur Verzweiflung

Im Sommer hat sich unweit der Touristenstadt Rethymo auf Kreta ein stattliches Krokodil niedergelassen. Seitdem versuchen Jäger, das Tier einzufangen - ohne Erfolg. Derweil haben die Einheimischen das Reptil in ihr Herz geschlossen.

Rethymno - Sonnenbaden, im Wasser schwimmen, entspannen: Dafür lieben viele Urlauber die griechische Insel Kreta. Seit dem Sommer hat auch ein Krokodil die Vorzüge der sonnigen Insel für sich entdeckt und es sich dort gemütlich gemacht. Sein neues Zuhause ist ein Stausee nahe der Touristenstadt Rethymno. Filmaufnahmen zeigen, wie sich das 1,80 Meter lange Tier namens Sifis am Ufer sonnt und durchs Wasser gleitet. Alle Versuche, das stattliche Reptil einzufangen, sind bislang gescheitert.

Den letzten Versuch starteten Wissenschaftler am Donnerstag - ohne Erfolg. "Sifis konnte wieder entkommen", sagte der Wissenschaftler Petros Lymberakis im griechischen Fernsehen. Dabei waren die Jäger fast am Ziel: Sie hatten das Tier schon eingefangen und ihm eine Schlinge um den Hals gelegt - in letzter Sekunde befreite sich Sifis dann aber doch noch. "Wir haben die Fangversuche vorerst eingestellt", sagte Lymberakis. Er ist Herpetologe, also Experte für kriechende Tiere.

Bereits im September waren mehrere Versuche gescheitert, Sifis zu fangen. Das Tier war erstmals im Juli in dem Stausee gesichtet und gefilmt worden. Es soll vier bis sieben Jahre alt sein. Die Behörden gehen davon aus, dass Sifis als Jungtier ein Haustier war. Der Besitzer setzte es wahrscheinlich aus, als es zu groß wurde.

Die Bewohner der Region haben sich inzwischen mit dem Tier arrangiert. Sie sehen das Krokodil, dessen Geschlecht man noch nicht feststellen konnte, als eine Art Maskottchen. Sie gaben ihm auch den Namen Sifis, was im kretischen Dialekt des Griechischen Joseph bedeutet.

jbe/dpa