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WERBUNG Krumpler und Falter

aus DER SPIEGEL 29/2001

Kann man sich zwei Jahre konzentriert mit Haushaltspapier beschäftigen, ohne verrückt zu werden? Oder: Was tut man, wenn während eines Werbespots in der Wüste ein Schwein wegen der Hitze kollabiert und dessen Anwalt am Set aufkreuzt und mit einer Riesenklage droht? Solche und andere Fragen stellte Grimme-Preis-Träger Hermann Vaske, Allround-Kreativer aus Frankfurt, 33 Werbe-Gurus. Vaske interviewte Texter, Art-Direktoren und Regisseure, große Künstler wie Ridley Scott und Dennis Hopper, schillernde Figuren wie Oliviero Toscani. Das Kompendium »Standing on the Shoulders of Giants« (Die Gestalten Verlag, Berlin), für Werber konzipiert, unterhält auch Normal-Leser - als Streifzug durch die irre Welt der Verführungs-Experten, deren Job es ist, immer wieder neue Ideen zu finden, um Gebissreiniger, Bier oder Hundefutter zu verkaufen. »Er sieht vielleicht aus wie Sie. Aber das heißt nicht, dass er das Gleiche essen sollte«, mit dieser Schlagzeile wirbt in Brasilien ein Hundefutter-Fabrikant (Foto). Vaske stellt drollige, bisweilen kluge Fragen, die Reklamefürsten antworten freimütig. Haushaltspapier, erfährt man etwa, ist interessant, denn es gibt unter den Verbrauchern »Krumpler« und »Falter«; Erstere sind die Lieblinge der Hersteller, weil sie mehr Papier verbrauchen.

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