Unglück in Praxis für Kryotherapie 24-Jährige stirbt in Kältekammer

Sie wollte sich offenbar selbst behandeln und kam dabei um: Im US-Bundesstaat Nevada ist die Mitarbeiterin eines Zentrums für Kryotherapie tot in einer Frostkammer gefunden worden. Ihre Leiche befand sich stundenlang in extremer Kälte.
In diesem Gebäudekomplex in einem Vorort von Las Vegas arbeitete Chelsea A. in einem Salon für Kryo-Anwendungen

In diesem Gebäudekomplex in einem Vorort von Las Vegas arbeitete Chelsea A. in einem Salon für Kryo-Anwendungen

Foto: Google Street View

Die Behandlung soll Heilungsprozesse beschleunigen und Hautalterung bremsen: Kryotherapie, der gezielte Einsatz von extremer Kälte am menschlichen Körper, wird in den USA immer populärer. Nun ist eine Frau während einer Behandlung gestorben. Ob ein Zusammenhang zwischen Therapie und Todesfall besteht, ist noch völlig unklar.

Am 20. Oktober entdeckte eine Mitarbeiterin einer auf Kryotherapie spezialisierten Praxis in Nevada ihre tote 24-jährige Kollegin. Wie die "New York Times" berichtet , war Chelsea A. am Vorabend nach ihrer Spätschicht für eine Behandlung selbst in eine der Kältekammern gestiegen.

Was während der Anwendung geschah, ist noch unklar. Mitarbeiter der Praxis nutzen die Kammern häufig, in der Regel jedoch nur in Begleitung, wie die "New York Times" von Angestellten erfuhr.

Bei Kryotherapie in Kältekammern werden Patienten am ganzen Körper Temperaturen von mehr als 100 Grad Celsius unter null ausgesetzt. Der Vorgang dauert nur wenige Minuten.

Laut "New York Times" hatte A. ihrem Freund am Abend noch eine SMS geschickt: Sie habe Muskelschmerzen und wolle in eine der Kammern steigen.

Laut dem TV-Sender KSNV News  wurde A. erst nach zehn Stunden in der Kammer gefunden. Ihr Tod sei laut Familienangehörigen, die sich auf Aussagen des Gerichtsmediziners berufen, bereits kurz nach dem Betreten der Kühlkammer eingetreten. Die Polizei geht nicht von einem Gewaltverbrechen aus.

Der Einsatz von Kryotherapie ist weder in den USA noch in Europa durch Behörden reguliert. Insbesondere Sportler machen sich die Methode zunutze, um Muskelschmerzen entgegenzuwirken. Während die Anwendung in Deutschland nur vereinzelt angeboten wird, finden sich in den USA zahlreiche spezialisierte Zentren.

kes
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