Kuba Regierung beharrt auf Genesung Castros

Über den Gesundheitszustand von Fidel Castro wird derzeit weltweit spekuliert: Nachdem ein US-Senator bereits den Tod des kubanischen Staatschefs vermutete, gab die kubanische Regierung bekannt, dass Castros letzte Stunde noch lange nicht geschlagen habe.


Washington/Havanna – Der Präsident der kubanischen Nationalversammlung Alarcon sagte, der letzte Augenblick Fidel Castros sei "noch sehr weit entfernt". Auch nach Angaben der venezolanischen Regierung befindet sich Castro wieder auf dem Weg der Besserung. Die Erholung des 79-Jährigen schreite "positiv" voran, teilte venezolanische Außenministerium am Dienstag in Caracas unter Berufung auf Informationen der kubanischen Behörden mit. Venezuelas Präsident Hugo Chávez, der sich zurzeit in Vietnam aufhält, wünschte dem kommunistischen Staatschef eine "schnelle und vollständige Genesung". Seit dem Amtsantritt des Linkspolitikers Chávez 1999 sind Venezuela und Kuba enge Verbündete.

Das US-Präsidialamt reagierte am Abend auf Äußerungen des Senators Mel Martinez, der bereits vom möglichen Tod Castros gesprochen hatte. Man gehe davon aus, dass Fidel Castro noch lebe, hieß es. Zuvor hatte der in Kuba geborene Senator Martinez in der Übertragung der Regierungsgeschäfte auf seinen Bruder Raul einen Hinweis auf den Tod Fidel Castros gesehen. "Es gibt die Möglichkeit, dass er sehr, sehr krank oder tot ist", sagte er in Washington.

Die US-Regierung zeigte sich bereit, Kuba unter die Arme zu greifen - wenn sich das Land von der derzeitigen Regierungsform lossagt. "Sollte Kuba in eine Phase des Übergangs zur Demokratie treten, werden die USA und das amerikanische Volk alles tun, was wir können", sagte Außenamtssprecher Sean McCormack. An der Haltung der USA zu dem kommunistischen Regime ändert sich auch unter der Führung von Raul Castro nichts. "Raúl Castros Versuch, sich dem kubanischen Volk aufzuzwingen, unterscheidet sich nicht viel von dem, was sein Bruder getan hat", sagte der Sprecher des Weißen Hause, Tony Snow. "Nein, wir haben keine Pläne, ihm die Hand entgegen zu strecken."

Fidel Castro hatte wegen seiner schweren Erkrankung erstmals seit fast einem halben Jahrhundert die Macht vorübergehend abgeben müssen und seinem Bruder, Verteidigungsminister Raul Castro, die Amtsgeschäfte übertragen. Der letzte kommunistische Staatschef Lateinamerikas ist einer der am längsten amtierenden Präsidenten der Welt. Der "máximo lider", wie ihn seine Anhänger nennen, wird am 13. August 80 Jahre alt.

reh/dpa/AP/Reuters



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