Prekäre Energieversorgung auf Kuba Strom in Havanna nach Brand in Treibstofflager stundenlang ausgefallen
Brennendes Treibstofflager nahe dem Hafen von Matanzas (Foto vom 8. August)
Foto: IMAGO/XinhuaNach den Explosionen in einem Treibstofflager im kubanischen Matanzas bekommen die Einsatzkräfte den Brand weiterhin nicht unter Kontrolle. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtete, weitete sich das Feuer am Montagabend (Ortszeit) noch auf einen dritten Öltank aus. Feuerwehrleute hatten demnach zuvor noch versucht, den Tank zu kühlen und ein Übergreifen der Flammen zu verhindern.
In dem Industriegebiet nahe der Küstenstadt Matanzas, gut 100 Kilometer östlich von Havanna, hatte am Freitag ein Blitz einen Treibstofftank zur Explosion gebracht. Den Behörden zufolge gab es 125 Verletzte, mindestens einen Toten und 14 vermisste Feuerwehrleute.
Einsatzkräfte aus Mexiko und Venezuela unterstützen die lokalen Brandbekämpfer bei den Löscharbeiten. Knapp 5000 Menschen mussten laut AP ihre Häuser nahe dem Einsatzort verlassen, die massive Rauchsäule war bis zur Hauptstadt Havanna zu sehen.
Kraftwerk vorübergehend abgeschaltet
Das thermoelektrische Kraftwerk Antonio Guiteras bei Matanzas war am Montag vorübergehend vom Netz genommen worden – nach Regierungsangaben wegen Wassermangels durch die Löscharbeiten. Die ohnehin angespannte Stromversorgung auf der Insel verschärft sich damit offenbar noch weiter.
In Teilen der Hauptstadt Havanna fiel am Montag stundenlang der Strom aus. Im Stadtteil Vedado, wo mehrere Botschaften stehen, gingen am Montagabend (Ortszeit) für rund vier Stunden die Lichter aus. Zur Ursache gab es vorerst keine offiziellen Angaben.
Erst vergangenen Mittwoch hatten in Havanna kontrollierte Stromausfälle begonnen. Die Provinzregierung hatte neben weiteren Maßnahmen zum Stromsparen angekündigt, dass diese alle drei Tage stattfinden und von 10 bis 14 Uhr dauern sollen.
Kuba kämpft seit Monaten mit häufigen Stromausfällen
Im Rest des Landes war es bereits seit Monaten zu Stromausfällen gekommen, die nach Angaben von Betroffenen in sozialen Medien teils mehr als zwölf Stunden am Tag andauerten. Die Lage ist auch politisch heikel: Häufige Stromausfälle in der heißesten Zeit des Jahres waren einer der Anlässe für die Anti-Regierungs-Demonstrationen im Juli 2021 in dem sozialistischen Karibikland.