Kündigung Erzieherin soll Kindern den Mund zugeklebt haben

Weil sie vier Kinder mit Klebestreifen ruhig gestellt haben soll, ist eine Erziehern fristlos entlassen worden. Doch die 39-Jährige bestreitet die Vorwürfe. Sie lehnte einen Vergleich mit der Stadt Halle ab.


Halle - Der Fall soll sich Ende November letzten Jahres in einem Kindergarten in der Plattenbausiedlung Halle-Neustadt ereignet haben. Aufgebrachte Eltern hatten damals die Stadtverwaltung alarmiert. Die fristlose Kündigung der Kindergärtnerin folgte prompt.

Die Erzieherin bestreitet die Tat jedoch nach wie vor. Sie gibt lediglich zu, den Kindern Klebestreifen senkrecht an die Mundwinkel angebracht zu haben. So habe sie die Kinder spielerisch zur Ruhe bringen wollen, erklärte sie. "Ich kämpfe bis zum Schluss, deshalb bin ich hier", sagte sie heute vor dem Arbeitsgericht in Halle.

Da die Klägerin einen Vergleich ablehnt, müssen nun möglicherweise die fünf- bis sechsjährigen Opfer aussagen. Ein Sachverständiger soll prüfen, ob sie dazu in der Lage sind, bestätigte Arbeitsrichter Thomas Karting.

Die Staatsanwaltschaft Halle ermittelt außerdem wegen Körperverletzung.



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