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WERBUNG Kugelsicheres Baby

aus DER SPIEGEL 36/2007

Die Mutter schnappt sich die Maschinenpistole und zielt auf den Kinderwagen - in dem ihr Baby sitzt. Schüsse knattern, die Mutter lacht in die Kamera, sie lässt die Waffe sinken, hebt ihr Baby aus dem Buggy: Das Kind ist unbeschadet, das Video eine Schummelpackung. Im Internet wird der makabre Kurzfilm, angeblich Werbung für kugelsichere Babyprodukte - Jacken, Helme, Kinderwagen -, heiß diskutiert. Auf der Internet-Seite des Anbieters sucht man vergebens nach einem Bestellformular, das Unternehmen ist allem Anschein nach eine potemkinsche Firma. Durch Blog-Nutzer wurde die Internet-Seite nun als die neueste und wohl schrägste Werbestrategie entlarvt: virales Marketing. Man wirbt für ein Produkt, indem man die Werbung ummantelt, etwa mit einer Provokation, die so tabulos ist, dass sie weitergereicht, diskutiert wird. Wie etwa die Schüsse aufs Baby. In Wahrheit wird mit dem Kaufangebot vergleichsweise billig ein Kinofilm beworben, ein Action-Thriller, einzige Gemeinsamkeit zum Pseudoprodukt: Auch hier geht es um ein Baby.

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