Lassa-Fieber Hat sich die Krankenschwester angesteckt?

Die Krankenschwester, die den in Wiesbaden gestorbenen Lassa-Fieber-Patienten versorgte, steht unter ärztlicher Beobachtung. Da bei der Frau Grippe-Symptome auftraten, wie es sie auch im Frühstadium einer Lassa-Virus-Infektion gibt, wurde sie stationär untergebracht.


Die Horst-Schmidt-Kliniken in Wiesbaden
DPA

Die Horst-Schmidt-Kliniken in Wiesbaden

Wiesbaden - Die Krankenschwester war in Kontakt mit Blut und Urin des nigerianischen Patienten gekommen, der am Samstag in einem Wiesbadener Krankenhaus gestorben war. Dass er an dem gefährlichen Lassa-Fieber litt, zeigte erst die Autopsie. Vorsorglich wurde die Pflegerin mit dem Anti-Virus-Mittel Ribavirin behandelt, das im Infektionsfall ein Ausbrechen der Krankheit unterdrückt. Das Medikament senkt nach einer Studie der US-Gesundheitsbehörde CDC die Sterblichkeit "schwerer" Lassa-Fälle von 76 auf 9 Prozent, wenn es innerhalb der ersten sechs Tage gegeben wird.

Im Hamburger Institut für Tropenmedizin prüft man zurzeit, ob eine der anderen unter Beobachtung stehenden 18 Kontaktpersonen das Todes-Virus in sich trägt. Das Ansteckungsrisiko wird von Ärzten und Gesundheitsbehörden als sehr gering eingestuft. Der Grund: Das Lassa-Virus konnte zwar im Gehirn, jedoch nicht im Blut des Nigerianers nachgewiesen werden. Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht nach Angaben des hessischen Gesundheitsministeriums nicht.

Erst im Januar war in Würzburg eine 23 Jahre alte Studentin nach einem Afrika-Trip an Lassa-Fieber gestorben. Ein früher Therapiebeginn hätte die Überlebenschancen der Urlauberin verbessert, die erst am sechsten Tag der Erkrankung ein Krankenhaus aufgesucht hatte.



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