Lawinenunglück in Italien Helfer bergen 29 Leichen aus Hoteltrümmern

Vor einer Woche verschüttete eine Lawine ein Hotel in den Abruzzen. Jetzt sind alle Opfer gefunden - und das tragische Ausmaß der Katastrophe wird offenbar.

Helfer am Gran Sasso
AFP/CNSAS

Helfer am Gran Sasso


Nach dem Lawinenunglück in Italien haben Katastrophenhelfer alle noch Vermissten tot aus den Trümmern des Hotels in den Abruzzen geborgen. 29 Leichen wurden insgesamt gefunden, wie die Feuerwehr kurz nach Mitternacht mitteilte.

Elf Menschen überlebten das Unglück. Zwei Personen hatten sich im Freien aufgehalten, als die gewaltige Lawine am Mittwoch vergangener Woche über dem Hotel Rigopiano niederging. Neun Menschen - darunter vier Kinder - wurden aus den Trümmern befreit. Am Mittwoch waren noch immer etwa 200 Helfer im Einsatz.

Wegen meterhohen Schnees hatten die ersten Rettungskräfte den abgelegenen Unglücksort erst nach Stunden auf Skiern erreicht. Sie verschafften sich mit Schaufeln Zutritt zum Hotel, in dem sich mehr Menschen aufgehalten hatten, als zunächst vermutet: Personal, Gäste und einige unangemeldete Besucher.

Kritik an den Behörden

Das Hotel Rigopiano liegt in 1200 Metern Höhe unter einem Steilhang am Fuße des Bergmassivs Gran Sasso. Die Zufahrtsstraßen waren wegen des hohen Schnees vor dem Unglück nicht passierbar.

Kritik gab es an den Behörden. Die Staatsanwaltschaft in Pescara ermittelt gegen unbekannt wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung. Sie geht unter anderem Vorwürfen nach, wonach Notrufe ignoriert worden sein sollen und sich der Rettungseinsatz in der Abruzzen-Gemeinde verzögert hat.

Die italienische Regierung versprach eine genaue Untersuchung. Juristische Ermittlungen würden klären, ob es Versäumnisse gegeben habe und wer dafür verantwortlich sei, sagte Ministerpräsident Paolo Gentiloni. "Die Regierung fürchtet sich nicht vor der Wahrheit."

sms/dpa

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