Fall Lea-Sofie Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen Polizei ein

Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt im Fall Lea-Sofie nicht länger gegen die Polizei. Es ging um den Verdacht der unterlassenen Hilfeleistung - die Beamten hatten einen Bericht zum Zustand der Familienverhältnisse nicht zeitig ans Jugendamt weitergeleitet.

Gedenk-Ecke für Lea-Sofie in Köln: Ermittlungen gegen Polizei eingestellt
DPA

Gedenk-Ecke für Lea-Sofie in Köln: Ermittlungen gegen Polizei eingestellt


Köln - Die Kölner Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen gegen die Polizei nach dem gewaltsamen Tod der zweijährigen Lea-Sofie eingestellt. Dies bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Bei dem Ermittlungsverfahren war es um den Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung gegangen. Die Polizei war drei Wochen vor dem Tod des Mädchens wegen Ruhestörung in die Wohnung der Familie gerufen worden. In dem Einsatzbericht wird die Wohnung als "nicht kindgerecht" beschrieben. Diese Informationen waren jedoch erst mit langen Verzögerungen ans Jugendamt weitergeleitet worden. Die Ermittler befanden, dass damals nichts auf eine Gefährdung des Kleinkinds hingedeutet habe.

Lea-Sofie starb im Dezember 2012 qualvoll, nachdem sie brutal misshandelt worden war. Das Landgericht Köln hat den 23-jährigen Stiefvater des Mädchens Ende Mai zu zwölf Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt. Die 20-jährige Mutter erhielt wegen Totschlags durch Unterlassen eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren.

gam/dpa



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