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SACHBÜCHER Leben mit dem Tod

aus DER SPIEGEL 8/2009

Dieses Buch hätte nie geschrieben werden sollen. Die Autorin musste es trotzdem schreiben, denn es gab einen Tag im Leben ihrer Familie, von dem an alles anders war. Einer ihrer vier Söhne, Benni, nahm sich das Leben, plötzlich und unerwartet, er war gerade erst 18. Das war vor gut zehn Jahren, die Familie ist nicht zerbrochen an diesem Schicksalsschlag, sie wurde lebendiger, vollständiger, weil sie lernen musste, Trauer und Sehnsucht in ihren Alltag zu integrieren. Bennis Mutter, Freya von Stülpnagel, eine ehemalige Anwältin aus München, begleitet seitdem verwaiste Eltern und ist ehrenamtlich tätig in der Trauerarbeit - ein Wort, das sie nicht besonders schätzt. Denn es impliziert, dass die Arbeit mit der Trauer irgendwann beendet sein müsse, weil sie ja doch nichts anderes sei als Selbstmitleid. Ihre Erfahrungen hat sie in einem kleinen, einfühlsamen Buch mit Fotos und Gedichten niedergeschrieben, das mehr ist als einer von unzähligen Trauer-Ratgebern, weil es Mut macht, ohne Druck auszuüben auf Hinterbliebene.

Freya von Stülpnagel: »Ohne dich. Hilfe für Tage, an denen die Trauer besonders schmerzt«. Kösel Verlag, München; 144 Seiten; 14,95 Euro.

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