Lebensmittelskandal in China Menschen durch "gedopte" Schweine erkrankt

Neuer Lebensmittelskandal in China: Mindestens 70 Menschen sind nach dem Verzehr von Schweineinnereien erkrankt, die mit einem verbotenen Dopingmittel verunreinigt waren.


Peking - In der südlichen Stadt Guangzhou (Kanton) sind mit Steroiden verseuchte Schweine-Innereien auf den Markt gelangt. Nach dem Verzehr mussten deshalb mindestens 70 Menschen wegen Magenschmerzen und Durchfall behandelt werden. Drei von ihnen waren am Montag noch im Krankenhaus, wie die englischsprachige Tageszeitung "China Daily" berichtete.

Drei Personen, die die hormonbehandelten Schweine in der Nachbarprovinz Hunan aufgezogen und verkauft haben sollen, wurden festgenommen. Bei dem verwendeten Steroid handelt es sich nach Medienberichten um Clenbuterol.

Dieses wird zum Muskelaufbau eingesetzt und auch als Dopingmittel im Sport illegal verwendet. Die Substanz ist in China als Futterzusatz untersagt, doch wird dieses Verbot immer wieder umgangen. 2006 wurden in Shanghai mehr als 300 Menschen nach dem Verzehr von Schweinefleisch und -organen, die mit Clenbuterol versetzt waren, in Krankenhäuser eingeliefert.

Es handelt sich um den jüngsten in einer ganzen Reihe von Lebensmittelskandalen in China. Im vergangenen August erkrankten rund 300.000 Kleinkinder nach dem Verzehr von verseuchter Milch, sechs Babys starben. Die Milch war mit der giftigen Chemikalie Melamin versetzt, um einen höheren Proteingehalt vorzutäuschen.

jjc/dpa/AP



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