Legendäre Pferdesprünge in New Jersey Hü not!

Aus über zwölf Metern sprangen Pferde auf dem Steel Pier in Atlantic City in ein Wasserbecken. Die Eigentümer des Freizeitparks wollten die Show nun wiederbeleben. Doch es kam anders.

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Atlantic City - Sie waren wahrscheinlich die größte Attraktion auf dem Steel Pier, dem berühmten Vergnügungspark auf einer Seebrücke von Atlantic City im US-Bundesstaat New Jersey: Die Pferde, die aus über zwölf Metern Höhe in ein dreieinhalb Meter tiefes Wasserbecken tauchten. Von den Zwanzigern bis in die siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts lockte die Show Zuschauer an, dann wurde sie aufgrund der Proteste von Tierschützern eingestellt.

Ebenso lief es 1993 bei einem kurzen Comeback der Pferdesprünge. Nun wollten die Eigentümer die Attraktion wiederbeleben, um neue Besucher anzulocken - und sofort wurden wieder Proteste laut. Der Steel Pier macht deshalb einen Rückzieher: "Wir denken, Atlantic City hat sich weiterentwickelt und wir sollten uns ebenfalls weiterentwickeln", sagte Anthony Catanoso, dessen Familie den historischen Pier besitzt. "Wir sollten neue Erinnerungen für Besucher kreieren, anstatt alte wiederzubeleben."

Zuvor hatte Catanoso die Pferdesprünge noch als zentrales Stück eines aufpolierten Steel Piers angekündigt. Anfang Februar waren Pläne für eine Neuentwicklung der Promenade und des Casino-Bezirks vorgestellt worden. Bei der Show sei niemals ein Pferd verletzt worden, versuchte Catanoso in einer Mitteilung zu beschwichtigen. "Die neue Show wird angemessen sein, den Pferden erstklassige Pflege garantieren und unter modernen Sicherheitsstandards stattfinden."

Doch innerhalb weniger Tage regte sich massiver Widerstand. "Da versuchen Menschen, auf dem Rücken von Tieren Geld zu verdienen, das ist eine grausame Ausbeutung", sagte Roseann Trezza, Vorsitzende einer Tierschutzvereinigung aus New Jersey. Sie sei erfreut, dass es nun anders komme.

Man wolle nicht, dass die schlechte Stimmung "all die guten Sachen, die wir vorhaben, beeinträchtigt", sagte Catanoso.

Der Steel Pier soll in den kommenden dreieinhalb Jahren für mehr als hundert Millionen Dollar saniert werden und künftig das ganze Jahr über geöffnet haben. Im Sommer sollen bereits neue Attraktionen auf der Seebrücke angeboten werden - unter anderem Fahrgeschäfte und Biergärten.

hut/AP



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