Ehemaliges KGB-Hauptquartier in Riga Lettlands gefürchtetstes Haus wird versteigert

Der sowjetische Geheimdienst hielt in seinem Jugendstilbau in Lettlands Hauptstadt einst Staatsfeinde fest und folterte sie. Nun wird die Immobilie in Riga meistbietend verkauft.
Früheres Hauptquartier des sowjetischen Geheimdienstes KGB in Riga: Startgebot 4,2 Millionen Euro

Früheres Hauptquartier des sowjetischen Geheimdienstes KGB in Riga: Startgebot 4,2 Millionen Euro

Foto: Alexander Welscher/ dpa

Lettlands staatliche Immobilienverwaltung will in einer Online-Auktion  das frühere Hauptquartier des sowjetischen Geheimdienstes KGB versteigern. Angebote für das seit geraumer Zeit leer stehende Gebäude im Zentrum der Hauptstadt Riga können vom 13. August bis 14. September abgegeben werden, teilte die Behörde mit.

Der Startpreis beträgt gut 4,2 Millionen Euro. Zuvor soll es für Interessenten noch die Möglichkeit einer Besichtigung geben, berichtete der öffentlich-rechtliche Sender LSM . Der Jugendstilbau in der Rigaer Innenstadt beherbergte einst jahrzehntelang den KGB, der dort angebliche Staatsfeinde festhielt, verhörte und folterte. Nach Angaben der Deutschen Welle  sollen insgesamt über 40.000 Menschen in dem Gebäude inhaftiert gewesen sein, auch Erschießungen gab es demnach.

Im kollektiven Gedächtnis der Letten umgibt das 1912 als Wohnhaus erbaute sechsstöckige Gebäude, in dem im Zweiten Weltkrieg kurzzeitig auch die Nationalsozialisten herrschten, bis heute eine Aura des Schreckens. Lettland war bis zu seiner wiedererlangten Unabhängigkeit 1991 Teil der Sowjetunion.

Ausstellung muss auch nach Verkauf erhalten bleiben

Das im Volksmund "Stura maja" ("Eckhaus") genannte Haus wurde 2014 in Rigas Jahr als Europäische Kulturhauptstadt zu einem zentralen Exponat und erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dazu wurden in dem als Gefängnis eingerichteten Keller und im Erdgeschoss eine Ausstellung eingerichtet, die sich mit der Tätigkeit des KGB in Lettland und den dunklen Kapiteln der Sowjetära beschäftigt. Sie muss laut dem Sender LSM auf einer Fläche von 700 Quadratmetern auch nach der Auktion erhalten bleiben.

Demnach bleibt eine nutzbare Gesamtfläche von 8000 Quadratmetern - allerdings nicht ohne Einschränkungen. Trotz einer Fassadenrenovierung im Jahr 2015 benötige das Gebäude umfassende Sanierungen und Investitionen, berichtete LSM.

fek/dpa