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Aktionen der »Letzten Generation« Klimaproteste in Berlin – Rettungswagen offenbar behindert

Der Rettungsdienst spricht von einem »Ausnahmezustand«: Bei Protesten der »Letzten Generation« in Berlin sind offenbar etliche Rettungswagen behindert worden. Die Gruppe will die Stadt nach eigenen Angaben lahmlegen.
Festgeklebte Aktivisten am Ernst-Reuter-Platz in Berlin: Die Hauptstadt »zum Stillstand« bringen

Festgeklebte Aktivisten am Ernst-Reuter-Platz in Berlin: Die Hauptstadt »zum Stillstand« bringen

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Thomas Victor / DER SPIEGEL

An mehr als 30 Orten haben Klimaaktivisten der Gruppe »Letzte Generation« in Berlin mit Blockaden den Verkehr behindert. Laut Polizei gibt es Proteste unter anderem auf der Stadtautobahn 100, wo sich Aktivisten auf der Straße festklebten.

Wie der Berliner »Tagesspiegel« berichtet, sollen zwischenzeitlich von 127 Rettungswagen nur 14 verfügbar gewesen sein: »Viele Rettungswagen sind nicht einsetzbar, weil sie wegen der Blockaden in Staus stehen«, hieß es im Liveblog der Onlineausgabe zu den laufenden Demonstrationen. Auf den Straßen war wegen heftiger Staus offenbar kein Durchkommen für die Einsatzfahrzeuge. Auch die Bildung von Rettungsgassen soll nicht vorbildlich gelaufen sein.

Twitter-User äußerten deutlichen Unmut über die Aktionen. Die Klimagruppe hatte angekündigt, die Hauptstadt am Montag »zum Stillstand« zu bringen.

Allerdings gab die Verkehrsinformationszentrale in Berlin bald Entwarnung: Die Staus hätten sich weitestgehend aufgelöst, niemand müsse länger als zehn Minuten warten. Ein Feuerwehrsprecher sagte laut »Bild«, dass aktuell der »Notstand« bei den Rettungswagen ausgerufen worden sei, gab aber nicht die Klimaproteste als Grund an: »Aufgrund des erhöhten Einsatzaufkommens können wir aktuell nicht alle Einsatzstellen mit Rettungswagen beschicken.«

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Die Blockaden begannen gegen 7.30 Uhr, mitten im Berufsverkehr. Betroffen waren am Vormittag zunächst vor allem die Bezirke Spandau und Charlottenburg-Wilmersdorf. Die Polizei war mit rund 500 Beamten im Einsatz, um Blockaden aufzulösen oder zu verhindern. Die Polizeisprecherin sprach von einer »dynamischen Lage«.

Bei den Protesten nahm die Polizei bislang mehr als 40 Aktivisten in Gewahrsam. Dort werde »über weitere Maßnahmen entschieden«, schrieb die Polizei am Mittag auf Twitter. Einem Sprecher zufolge wird nun geprüft, ob Protestteilnehmer und -teilnehmerinnen einem Richter vorgeführt werden.

Die »Letzte Generation« hatte angekündigt, aus Protest gegen die Klimapolitik der Bundesregierung verstärkt mit Blockaden den Verkehr in Berlin lahmzulegen. Bereits in den vergangenen Wochen und auch am Wochenende gab es Aktionen. Die Schaufenster mehrerer Läden auf dem Berliner Kurfürstendamm wurden mit Farbe besprüht, Protestler klebten sich an der Rennstrecke eines Formula-E-Rennens fest.

Zuletzt soll es zu einem mutmaßlich gewalttätigen Vorgehen der Polizei gegen Demonstranten gekommen sein: Aufgrund eines im Internet kursierenden Videos zu einem Einsatz ermittelt die Berliner Polizei wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt. Eine entsprechende Strafanzeige sei von Amts wegen eingeleitet worden gegen die betroffenen Einsatzkräfte, sagte eine Polizeisprecherin auf Anfrage. Die betroffenen Polizisten sollten nun befragt werden.

ala/dpa