»Auf die Adern der Gesellschaft« »Letzte Generation« kündigt noch mehr Störungen an

Sie wollen ihre Proteste erst unterbrechen, wenn die Politik ein Tempolimit auf Autobahnen und ein Neun-Euro-Ticket einführt. Das verkündeten Aktivisten der »Letzten Generation«. Falls nicht, gehen die Aktionen weiter.
Aktivisten der »Letzten Generation« bei der Blockade einer Straße in Leipzig

Aktivisten der »Letzten Generation« bei der Blockade einer Straße in Leipzig

Foto: IMAGO/ArcheoPix / IMAGO/Christian Grube

Sie bekommen viel Gegenwind und sogar Morddrohungen, dennoch wollen die Mitglieder der Klimaschutz-Gruppe »Letzte Generation« ihre Protestaktionen fortsetzen. »Wir lassen uns nicht abbringen«, sagte Sprecherin Carla Hinrichs bei einer Pressekonferenz. Der Protest werde nach Weihnachten und im neuen Jahr weitergehen. »Er wird friedlich sein, aber er wird intensiver werden.« Zahlreiche Menschen in ganz Deutschland würden sich ihnen derzeit anschließen.

Die »Letzte Generation« ziele ab Montag weiter auf die »Adern der Gesellschaft«, etwa Verkehrsverbindungen – und »dort wird es weiter an allen Ecken und Enden Unterbrechungen geben«, sagte einer der Mitgründer der Gruppe, Henning Jeschke. Die Gruppe wolle den Alltag der Gesellschaft stören, dazu werde es auch wieder symbolische Aktionen geben, um mehr Klimaschutz durchzusetzen.

Aktivist Joel Schmitt sagte, es gehe »um den Erhalt unserer Lebensgrundlagen« und »den Erhalt einer Gesellschaft, in der wir gut und gerne leben«.

Ein junger Mann aus München, der nach eigenen Angaben fast einen Monat im Gefängnis saß, kündigte eine große Blockadeaktion am Montag um 8 Uhr am Münchner Karlsplatz an. »Wir lassen uns nicht von Gefängnisstrafen davon abhalten, für eine gute Zukunft zu kämpfen.«

Die Gruppe blockiert seit Beginn des Jahres immer wieder Straßen. Hinzu kamen Aktionen etwa an Flughäfen und Proteste in Museen und anderen Kultureinrichtungen, bei denen Aktivistinnen und Aktivisten etwa Lebensmittel auf Bilder warfen und sich dann festklebten.

Politiker äußerten Verständnislosigkeit oder forderten harte Strafen. In Berlin und München wurden inzwischen viele Blockierer zu Geldstrafen verurteilt. Einige wurden vorbeugend ins Gefängnis gesperrt, weil sie weitere Störungen angekündigt hatten.

Die Gruppierung bekräftigte am Freitag zudem ihre Bereitschaft, ihre Proteste zu unterbrechen, sofern die Politik ein Tempolimit auf Autobahnen und ein Neun-Euro-Ticket für den Nahverkehr einführt. Dies wären »erste Schritte« und »ein Zeichen«, sagte Hinrichs.

kha/dpa/AFP
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