Protest der »Letzten Generation« Klimaaktivistinnen demonstrieren auf Brandenburger Tor

Zwei Klimaschutzaktivistinnen haben das Brandenburger Tor in Berlin besetzt. »Wir wünschen uns ein Überleben für alle«, steht auf ihrem Plakat. Ob die Polizei einschreitet, ist noch offen.
Aktivistinnen der »Letzten Generation« haben das Brandenburger Tor besetzt und ein Banner an der Quadriga befestigt

Aktivistinnen der »Letzten Generation« haben das Brandenburger Tor besetzt und ein Banner an der Quadriga befestigt

Foto: Paul Zinken / dpa

Die Protestgruppe »Letzte Generation« ruft am Tag des Mauerfalls zum Zusammenhalt auf – und lässt dafür zwei Demonstrantinnen auf das Brandenburger Tor klettern. »Am Tag des Zusammenhalts stehen wir als Gesellschaft am Abgrund«, hieß es in der Pressemitteilung, die die Aktivisten am Mittwochmorgen veröffentlichten . Die Gruppe fordert ein entschiedeneres Vorgehen gegen den Klimawandel und war zuletzt unter anderem durch Straßenblockaden in die Kritik geraten.

Die Polizei war vor Ort. Ob sie die Demonstrantinnen von dem Berliner Wahrzeichen holen will, ist noch unklar.

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Auf Twitter fragten die Aktivisten: »Wollen wir gemeinsam leben oder sterben?« Die Kommentare zu dem Post waren überwiegend kritisch. Überhaupt scheint der Rückhalt für die Aktionen der »Letzten Generation« in der Bevölkerung gering: Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey finden 86 Prozent der Deutschen, dass die Aktivisten der Gruppe mit ihrem Vorgehen dem Anliegen des Klimaschutzes schaden.

Der Gruppe wird vorgeworfen, durch Straßenblockaden Menschenleben zu gefährden. Hintergrund ist ein Unfall in Berlin-Wilmersdorf, in dessen Folge eine 44-jährige Radfahrerin starb. Ein Bergungsfahrzeug der Feuerwehr hatte wegen einer Aktion der »Letzten Generation« im Stau auf der A100 gestanden. Ob die Demonstranten damit indirekt für den Tod der Frau mitverantwortlich sind und möglicherweise fahrlässig gehandelt haben, ist jedoch noch unklar.

Im Gespräch mit dem SPIEGEL fragt Anja Umann, die Zwillingsschwester der verstorbenen Radfahrerin, die Klimaaktivisten der »Letzten Generation«, »ob es nicht vielleicht doch einen anderen Weg gibt, für das Überleben unseres Planeten zu kämpfen, ohne dass andere Menschen möglicherweise zu Schaden kommen«.

Auch die Politik reagierte auf die umstrittenen Aktionen der Klimaaktivisten. Die Union forderte Freiheitsstrafen von mindestens drei Monaten bei Straßenblockaden. CSU-Chef Markus Söder hält in besonders schweren Fällen auch Haftstrafen für angebracht.

ala/dpa
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