Letzte Generation Zehn Aktivisten nach Flughafenblockade in Hamburg wieder frei
Klimaaktivisten kleben auf einem Rollfeld des Hamburger Flughafens: Hier ging zeitweise nichts mehr
Foto: Bodo Marks / dpaAktivistinnen und Aktivisten der Gruppe Letzte Generation haben am Morgen unter anderem das Rollfeld am Hamburger Flughafen blockiert, zeitweise war der Flugbetrieb unterbrochen. Nun sind zehn im Rahmen der Aktion in Gewahrsam genommene Protestierende wieder auf freiem Fuß.
Gegen vier Frauen im Alter von 24, 27, 31 und 43 Jahren und sechs Männer im Alter zwischen 19 und 63 Jahren seien Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Hausfriedensbruchs, der Sachbeschädigung sowie Widerstands beziehungsweise Beihilfe dazu eingeleitet worden, sagte ein Polizeisprecher.
Nicht erhärtet: Vorwurf des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr
Auch der Tatvorwurf des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr sei geprüft worden. Der Verdacht habe sich jedoch nicht erhärtet. Mangels Haftgründen seien die zehn Demonstranten freigelassen worden, sagte der Sprecher weiter.
Laut Bundespolizei hatten sie am Morgen – dem ersten Tag der Sommerferien in Hamburg – den Zaun am Flughafen aufgeschnitten und sich Zugang auf das Gelände verschafft. Mit Leihrädern seien sie dann Richtung Rollfeld gefahren. Jeweils zwei Protestierende hatten sich demnach an vier Stellen auf Zubringerwegen in der Nähe von Start- und Landebahnen festgeklebt. Der Flugbetrieb wurde daraufhin für mehrere Stunden eingestellt.
Beamte der Bundespolizei hätten die Aktivisten vom Boden gelöst, so ein Sprecher. Dabei seien auch Teile der Rollbahn herausgeschnitten worden.
Auch am Düsseldorfer Flughafen blockierten Mitglieder der Gruppe am Morgen Rollbahnen. Bereits Ende November hatte die Gruppierung den BER für fast zwei Stunden lahmgelegt, im Mai besprühten Aktivisten dann ebenfalls am Flughafen Berlin Brandenburg geparkte »Privatjets« großflächig mit oranger Farbe.
Die Gruppe, die zuletzt auch häufig Straßen blockierte, verlangt von der Bundesregierung einen engagierteren Klimaschutz. Auf Twitter bezeichnete die Gruppierung den Flugverkehr etwa als »bedeutenden Brandbeschleuniger der Katastrophe«, der »jährlich mit Milliarden subventioniert« werde, was einem »kollektiven Suizid« gleiche.