Letzte Instanz 26 Jahre Haft für Gucci-Witwe

Sie hatten die Hoffnung noch nicht aufgegeben glimpflicher wegzukommen. Nun ist es endgültig: Die fünf Beteiligten an der Ermordung des Mode-Unternehmers Maurizio Gucci müssen für viele Jahre hinter Gitter.


Mailand - Das italienische Kassationsgericht bestätigte in dritter Instanz die hohen Haftstrafen von 19 bis 29 Jahren gegen die Beschuldigten, darunter die Gucci-Witwe Patrizia Reggiani, 52, berichteten italienische Zeitungen am Dienstag. Reggiani muss demnach 26 Jahre hinter Gitter. Sie war nach Auffassung der Richter die Auftraggeberin des Mordes.

Maurizio Gucci war am 27. März 1995 vor seinem Büro in Mailand auf der Straße erschossen worden. Laut Anklage war es ein "eiskalt geplantes Verbrechen". Reggiani habe es nicht ertragen, von ihrem Mann verlassen worden zu sein und ihren gesellschaftlichen Status als Jet-Set-Königin verloren zu haben. Sie selbst beteuerte stets ihre Unschuld und sprach von einer "Verschwörung" der vier anderen Angeklagten gegen sie.

Alle fünf Verurteilten, darunter der Killer Benedetto Ceraulo, müssen Haftstrafen zwischen 19 und 29 Jahren verbüßen. Nach Auffassung der Anklage handelte Patrizia Reggiani aus "Geldgier, Neid und Hass". Die angeblich gesundheitlich stark angegriffene Frau sitzt seit Anfang 1997 in Mailand im Gefängnis. Sie soll für den Mord rund 500.000 Mark bezahlt haben.

Das Kassationsgericht war sowohl von der Anklage als auch von der Verteidigung angerufen worden. Die Staatsanwaltschaft forderte höhere Strafen, die Verteidigung strebte für die Hauptbeschuldigte Reggiani die Haftentlassung aus gesundheitlichen Gründen an. Der Verurteilten war 1992 ein Gehirntumor entfernt worden. Das Kassationsgericht bestätigte jetzt das Urteil der Berufungsinstanz vom März 2000. In erster Instanz war Reggiani Ende 1998 zu 29 Jahren Haft verurteilt worden.



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