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60. Thronjubiläum: Briten starten die Mega-Party

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60. Thronjubiläum Queen eröffnet viertägige Party beim Pferderennen

Großbritannien in Feierlaune. Mit 41 Salut-Schüssen und der Ankunft der britischen Königin Elizabeth II. beim Pferderennen in Epsom haben die offiziellen Feierlichkeiten zum 60. Thronjubiläum der Queen begonnen. Bis Dienstag wird im ganzen Land gefeiert.

London - Zehntausende jubelten der Queen am Samstagnachmittag mit "Union Jack"-Flaggen in der Hand zu: Beim traditionellen Pferderennen in Epsom hat Königin Elizabeth II. die Feierlichkeiten zu ihrem 60. Thronjubiläum eröffnet. Zum Auftakt zeigten Fallschirmspringer der Luftwaffe eine spektakuläre Aufführung, bei der sie riesige britische Flaggen umherwirbelten und Rauch am Himmel verströmten. Vier Tage lang wird die 86-jährige Monarchin fast im ganzen Land gefeiert. Am Samstag ging die Queen aber zunächst einem ihrer Lieblingshobbys nach und besuchte das Pferderennen im südenglischen Epsom.

In den vergangenen Jahren hat Elizabeth II., die ein großer Pferdenarr ist, das Rennen selten verpasst. Meist ist sie dort eher im Hintergrund präsent, doch heute fuhr sie in einem Wagen über die Rennstrecke zu ihrem Podium. Mehr als 150.000 Gäste, viele von ihnen in den Nationalfarben oder Kostümen aus den fünfziger Jahren gekleidet, begrüßten sie. Begleitet wurde sie unter anderem von ihrem 90-jährigen Mann Prinz Philip, ihren Söhnen Prinz Andrew und Edward, sowie von ihren Enkelinnen Beatrice und Eugenie.

Vor Beginn des Rennens sang die Mezzosopranistin Katherine Jenkins die Nationalhymne "God Save the Queen". Elizabeth II. trug ein royalblaues Kostüm mit passendem Hut. Das Derby gewann übrigens der bislang ungeschlagene Top-Favorit Camelot.

In London erklangen unterdessen unter anderem an der berühmten Tower Bridge 41 Salutschüsse. Sie erinnerten an die offizielle Krönung am 2. Juni 1953. Elizabeth war am 6. Februar 1952 nach dem frühen Tod ihres Vaters George VI. im Alter von nur 25 Jahren Königin geworden. Ihre Krönung fand mehr als ein Jahr später statt. Sie ist nach ihrer Ur-Urgroßmutter Queen Victoria die am zweitlängsten regierende Monarchin in der Geschichte des Landes.

Entlang der Themse in London harren bereits zahlreiche Menschen in Zelten aus, um am Sonntag einen Blick auf die große Schiffsparade anlässlich des Thronjubiläums erhaschen zu können. Teilnehmer legten letzte Hand an die rund tausend Boote und Schiffe an, die auf einer elf Kilometer langen Strecke durch London fahren sollen. In der mit 10.000 Blumen geschmückten königlichen Barkasse soll die Queen gemeinsam mit Prinz Philip, Thronfolger Charles und dessen Ehefrau Camilla sowie mit den Enkeln William und Harry sowie Williams Frau Catherine sitzen.

9500 Straßenfeste zum Jubiläum

Sorge machte den Feiernden am Samstag der Wetterbericht. Nach mehreren sommerlichen Tagen sanken die Temperaturen, für die Zeit der Schiffsparade wird sogar mit Regen gerechnet.

Damit die Briten an den viertägigen Feierlichkeiten teilnehmen können, wurden der Montag und der Dienstag zu Feiertagen erklärt. Insgesamt 9500 Straßenfeste sollen aus Anlass des Jubiläums am Sonntag stattfinden, am Montag gibt es ein riesiges Picknick im Garten des Buckingham-Palastes mit anschließendem Konzert. Zum Abschluss der Feiern ist am Dienstag ein Gottesdienst in der Londoner Saint Paul's Cathedral geplant. Nach einem Mittagessen mit 700 Gästen zeigt sich die Königsfamilie dann abschließend auf dem Balkon des Buckingham-Palastes.

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Dass das Traditionsrennen von Epsom den Aufakt für die offiziellen Feierlichkeiten zum 60. Thronjubiläum der Königin markiert, ist kein Zufall. "Die Pferde der Queen laufen auf höchstem Niveau seit mehr als 60 Jahren", sagte Renndirektor Rupert Trevelyan am Samstag dem Sender Sky News. "Es ist ihre Passion." Pferde der Queen haben über die Jahre mehr als 600 Rennen gewonnen. Sie wollte den geliebten Besuch auf der Rennbahn einfach nicht ausfallen lassen.

Kopftuch statt Reithelm

Als Züchterin von Rennpferden ist die Queen eine ChoriphäeKoryphäe. Täglich soll sie auch heute noch die "Racing Post" lesen, eine Fachzeitung für Galopprennsport. Die Platzdeckchen auf dem Esstisch in ihrer Privatresidenz Sandringham zieren die Bilder berühmter Jockeys. Mit den Reitern fachsimpelt die Queen noch immer.

Und selbst wenn die Rassehengste die vielversprechendsten Stuten decken, ist sie hin und wieder gern dabei. Auf einem Staatsbesuch in Irland im vergangenen Jahr bekam sie eine Samenprobe des berühmten irischen Deckhengstes "Big Bad Bob" geschenkt.

Die Bilder von der Queen als Reiterin sind legendär - zum Beispiel an der Seite von US-Präsident Ronald Reagan 1982, als die beiden Staatsoberhäupter durch den Park von Windsor Castle ritten. Einen Reithelm trägt Ihre Majestät nie, stattdessen ein Kopftuch. Die aufwendig drapierte Frisur könnte leiden. Ob sie ab und zu immer noch in den Sattel steigt, ist nicht bekannt - auch wenn es britische Zeitungen immer wieder standhaft behaupten.

Die Liebe zu den Pferden hat die Queen weitergegeben. Ihre Tochter Prinzessin Anne schaffte es in die reiterliche Weltklasse, wurde 1971 Europameisterin im Vielseitigkeitsreiten und nahm in derselben Disziplin 1976 an den Olympischen Spielen in Montreal teil. Auch Queen-Enkelin Zara Phillips ist schnurstracks in diese Fußstapfen getreten. Sie wurde 2006 in Aachen sogar Weltmeisterin. Einen höheren Stellenwert als Pferde haben bei Hofe nur noch die Corgis. "Die Queen mag Hunde, Pferde, Männer und Frauen - in dieser Reihenfolge", schrieb ihr Biograf Graham Turner.

jus/AFP/dpa