Adele im Interview mit Oprah Winfrey »Ich war davon besessen, eine gute Familie zu gründen, weil ich nie aus einer kam«

Der Vater verließ die Familie, als Adele zwei Jahre alt war. Wie hat das ihr Leben geprägt? Im Gespräch mit Oprah Winfrey hat die Sängerin Einblicke in ihr Seelenleben gegeben.

Adele, 33, trägt einen weißen Hosenanzug und weiße High Heels, als sie der US-Moderatorin Oprah Winfrey in einem Interview erzählt, wie ihr Leben aus der Bahn geriet, was ihr als Kind widerfahren ist und mit welcher Wucht sie die Scheidung von ihrem Mann getroffen hat. Sie sitzt im selben Rosengarten, in dem Harry und Meghan von ihrem Abschied aus England erzählten.

»Ich war mein ganzes Leben lang davon besessen, eine gute Familie zu gründen, weil ich nie aus einer kam«, sagte Adele laut BBC  in dem Gespräch, das am Sonntag im US-Fernsehen ausgestrahlt wurde. »Von klein auf habe ich mir geschworen, dass, wenn ich Kinder habe, wir zusammenbleiben würden. Und ich habe es sehr, sehr lange versucht.«

Nach einem Persönlichkeitstest in einem Magazin habe sie festgestellt, dass sie nicht glücklich sei. Dann fragte sie sich, was sie machen solle. »Ich nehme die Ehe sehr ernst ... und es wirkt so, als würde ich das jetzt nicht mehr tun. Es ist fast so, als hätte ich sie nicht respektiert, weil ich so schnell geheiratet habe und mich dann habe scheiden lassen. Es ist mir peinlich, dass es so schnell ging.«

Sie liebe ihren Ex-Ehemann immer noch, sei aber nicht mehr verliebt in ihn. Er habe ihr damals das Leben gerettet, als sie berühmt geworden sei. Er sei ihre Stütze im Leben gewesen.

Nachdem sie ihre Ehe beendet hatte, habe sie schreckliche Panikattacken gehabt, sagte sie weiter. Die Angst habe sie »völlig gelähmt«, sie habe keine Kontrolle mehr über ihren Körper gehabt. Dann habe sie gemerkt, dass ihre Angstzustände im Fitnessstudio nachließen, weshalb sie begann, jeden Tag hinzugehen. »Das hat wirklich dazu beigetragen, meine Gedanken in den Griff zu bekommen.«

Versöhnung drei Jahre vor seinem Tod

Die Sängerin äußerte sich auch zu ihrem Vater, der die Familie verlassen hatte, als Adele zwei Jahre alt war. Die größte Wunde, die sie als Kind bekommen habe, sei der Weggang ihres Vaters gewesen. »Ich hatte keine Erwartungen an irgendjemanden, weil ich durch meinen Vater gelernt habe, sie nicht zu haben«, sagte sie. »Er war der Grund, warum ich nicht vollständig verstanden habe, was es heißt, in einer liebevollen Beziehung mit jemandem zu sein.«

Obwohl sie viele Jahre lang keinen engen Kontakt hatten, versöhnten sich Adele und ihr Vater in den letzten drei Jahren vor seinem Tod. Er habe ihr gestanden, dass er nur ein Lied von ihr gehört habe: »Hometown Glory«. Es sei zu schmerzhaft für ihn gewesen, weitere Lieder zu hören. Kurz bevor er im April starb, habe sie ihm aber über Zoom ihr neues Album vorspielen können. Das sei sehr heilend gewesen. »Es war, als würde sich eine Wunde schließen.«

Im Oktober veröffentlichte sie die Klavierballade »Easy on me«, ihre erste Single seit sechs Jahren. Zuletzt hatte sie im Jahr 2015 das Album »25« herausgebracht, insgesamt verkaufte die britische Sängerin weit mehr als hundert Millionen Platten.

kha/dpa
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