Tödlicher Schuss am Set von »Rust« Alec Baldwin übergibt nach langem Zögern sein Handy an Behörden

Nach dem tödlichen Schuss am Set des Films »Rust« wollten Ermittler Alec Baldwins Handy untersuchen. Er weigerte sich, die Staatsanwaltschaft schaltete sich ein. Jetzt will er es doch abgeben.
Nach tödlichem Schuss am Set: Behörden wollen Alec Baldwins Handy untersuchen

Nach tödlichem Schuss am Set: Behörden wollen Alec Baldwins Handy untersuchen

Foto: Charlie Neibergall / dpa

Hollywood-Star Alec Baldwin wird nun doch sein iPhone an die Behörden übergeben, die wegen eines Vorfalls am Set des Films »Rust« ermitteln, bei dem Baldwin mit einem Colt auf eine Kamerafrau geschossen und sie tödlich verletzt hatte. Baldwin hatte laut eigenen Angaben gedacht, die Waffe wäre mit Platzpatronen geladen gewesen, tatsächlich war aber scharfe Munition darin. Der Schauspieler werde sein Handy »diese Woche« den Behörden überlassen, kündigte Baldwins Anwalt Aaron Dyer am Donnerstag an. Das berichtet die »New York Times« .

Die Aufforderung kam bereits vor einem Monat

Sein Mandant und er hätten am vergangenen Wochenende eine Einigung mit den Behörden in Santa Fe County erzielt. Kurz zuvor hatte die Behörde im US-Bundesstaat New Mexico mitgeteilt, Mitte Dezember per Durchsuchungsbefehl eines Gerichts die Herausgabe des Telefons gefordert zu haben, das Mobiltelefon sei aber noch nicht an die Behörden übergeben worden. Baldwin hatte sich laut der Polizei zuvor geweigert, das Telefon freiwillig herauszugeben.

Deshalb hätten Baldwins Anwälte die Forderung erhalten. Aber auch nachdem die Staatsanwaltschaft eingeschaltet worden sei, sei das Telefon nicht übergeben worden. Für die polizeilichen Ermittlungen sollten unter anderem Textnachrichten, E-Mails, Social-Media-Accounts und Fotos auf dem Gerät untersucht werden.

Baldwins Anwalt wies Berichte zurück, nach denen sein Mandat nicht mit den Behörden zusammenarbeiten würde. »Seit diesem tragischen Vorfall hat Herr Baldwin weiterhin mit den Behörden kooperiert, und jede gegenteilige Behauptung ist einfach unwahr«, heißt es in seiner Erklärung, aus der die »New York Times« zitierte.

In Zeitungsberichten stehen laut Baldwin »Blödsinn« und »Lügen«

Baldwin hatte bereits vergangene Woche auf Instagram Medienberichte zurückgewiesen, in denen es hieß, dass er die Ermittlungen nicht voll unterstützen würde. In Bezug auf das angeforderte Telefon sprach der Schauspieler davon, in Zeitungsberichten stünden »Blödsinn« und »Lügen«. Dieser Vorgang würde Zeit brauchen. Die Behörden könnten nicht einfach Fotos oder Liebesbriefe an seine Frau auf dem Telefon einsehen, sagte Baldwin in dem Videoclip. Sie müssten aber die Wahrheit über den Tod der Kamerafrau Halyna Hutchins herausfinden, betonte der Schauspieler.

Bei dem Dreh für den Western «Rust» auf einer Filmranch in Santa Fe wurde Hutchins, 42, am 21. Oktober tödlich verletzt. Hauptdarsteller Baldwin hatte die Waffe bei der Probe für eine Szene benutzt. Die noch laufenden Ermittlungen ergaben, dass in dem Colt echte Munition steckte. Die Polizei prüft derzeit, wie es dazu kommen konnte.

has/dpa