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Alexandra Burke Ein langer Weg

aus DER SPIEGEL 33/2021
Foto:

Philip Sinden / ddp/CAMERA PRESS/Philip Sinden

Als Siegerin der Talentshow »The X Factor« gewann sie einen Eine-Million-Pfund-Plattenvertrag, mit ihrer Debütsingle eroberte die Britin Alexandra Burke, heute 32, Platz eins der Charts. Das war im Jahr 2008 zu Weihnachten, doch die Zeit war alles andere als märchenhaft, geschenkt wurde ihr gar nichts, wie in einem Artikel über die Popsängerin im »Guardian« deutlich wird. Die rassistischen Kommentare und Verhaltensweisen ihr gegenüber gipfelten damals in der Aufforderung, sie solle ihre Haut aufhellen lassen. Burke hat darüber zum ersten Mal im vergangenen Jahr gesprochen. Die Tötung des Afroamerikaners George Floyd, die der Bewegung #BlackLivesMatter weltweit Auftrieb gab, bewog Burke dazu. Sie habe damals zwei Wochen am Stück geweint, sagte sie dem »Guardian«, dann habe sie in einem Instagram-Video von ihren rassistischen Erfahrungen berichtet. Schon als Teenie habe sie in der Musikindustrie schlechte Erfahrungen wegen ihrer Hautfarbe gemacht, erzählte sie: »Weil du schwarz bist, wirst du es nicht weit bringen«, habe man ihr ins Gesicht gesagt. Bemerkungen dieser Art seien »ziemlich oft« gekommen und »schwer zu ertragen« gewesen. Inzwischen habe sich einiges geändert, glaubt die Sängerin. Dass es trotzdem noch ein langer Weg ist, zeigte sich vor einigen Wochen bei der Fußball-EM, als England das Elfmeterschießen gegen Italien verlor, die drei Unglücksschützen wurden daraufhin rassistisch beschimpft und verunglimpft. Burke sieht darin den Beweis, dass sich die gesellschaftlichen Verhältnisse nur langsam ändern: »Und ich weiß nicht, ob es zu unseren Lebzeiten eine komplette Wende geben wird.«

ks
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