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Alfred Biolek: Ein Fernsehleben

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Alfred Biolek "Ich bin in der Gegenwart, aber lebe von Erinnerungen"

Alfred Biolek ist längst über 80 - und hadert mit den Bürden des Alterns: Er könne nur noch wenig selbst machen, verriet der frühere TV-Moderator nun. Einen großen Traum habe er trotzdem noch.

Es ist inzwischen schon einige Jahre her, dass Alfred Biolek sich aus den TV-Studios des Landes zurückgezogen hat. Zu seinem 80. Geburtstag blickte die ARD in einer breit angelegten Fernsehbiografie auf das bewegte Leben des Entertainers zurück - aber selbst das ist schon bald drei Jahre her. Seitdem war Biolek faktisch aus dem öffentlichen Leben verschwunden.

Nun hat sich der frühere TV-Moderator zurückgemeldet - und es geht ihm offenbar vergleichsweise gut: Sieben Jahre nach einem schweren Treppensturz genieße er sein Leben in Ruhestand, sagte der 82-Jährige dem "SZ-Magazin" .

"Obwohl ich fast alles, was mein Leben ausgemacht hat, nicht mehr machen kann, lebe ich immer noch gerne", so Biolek. Das betrifft auch eine seiner größten Leidenschaften: "Beim Kochen muss man viel denken und stehen, das ist mir zu anstrengend. Ich kann schon noch Kartoffeln oder Karotten schnippeln, aber für mehr reicht es nicht."

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"Ich bin schon noch in der Gegenwart, aber ich lebe von den Erinnerungen." Er könne heute nicht mehr ins Flugzeug steigen und nach Indien fliegen, dafür freue er sich über andere, kleinere Dinge: "Ein Blick aus dem Fenster auf den Park. Ich beobachte, wie sich die Jahreszeiten ablösen und die Natur sich verändert." Der Anblick von Blumen mache ihn glücklich.

Der Kochshow-Pionier, der mit Sendungen wie "Alfredissimo!" und "Boulevard Bio" große Bekanntheit erlangte, lebt zurückgezogen in Köln und wird täglich von seinem Adoptivsohn Scott Ritchie unterstützt. 2010 hatte Biolek sich beim Sturz von einer Wendeltreppe schwere Schädelverletzungen zugezogen. Er fiel ins Koma und hatte anschließend Erinnerungslücken.

Seitdem hat Biolek sich nur langsam von den Folgen des Unfalls erholt. "Ich habe keine Beschwerden, der Rücken, die inneren Organe, alles gut, mal zwickt das Knie, aber ich nehme keine Medikamente, nur Kalzium- und Vitamintabletten." Er freue sich noch auf ein paar Jahre, aber mit Ende 80, Anfang 90 könne es von ihm aus zu Ende gehen. "Den Tod finde ich nicht unangenehm. Ich bin doch schon alt."

Träume habe er trotzdem noch, sagte Biolek: Er würde gerne noch einmal nach New York reisen, wo er in den Siebzigerjahren einige Monate lebte. "Ich kann Ihnen kein Museum oder Restaurant nennen, wo ich unbedingt hin muss, ich will einfach nur durch die Straßen laufen."

mxw/dpa
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