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Oliver Dowden Alt, peinlich, erbärmlich

aus DER SPIEGEL 24/2021
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Elliott Franks / ddp

Sein Ansehen ist bei vielen Künstlern ohnehin nicht sehr hoch, jetzt zieht er auch noch Hohn und Spott der Presse auf sich: Oliver Dowden, 42, britischer Minister für Digitales, Kultur, Medien und Sport, hat einfach keinen Lauf. Seit Amtsantritt im Februar 2020 muss sich der Tory-Politiker mit den Folgen des Brexit und mit der Pandemie auseinandersetzen, die viele Künstler in ihrer Existenz bedroht. Sie durften nicht auftreten und hatten kaum oder keine Einnahmen. Der Brexit hat Tourneen kompliziert und viel teurer gemacht, denn die Künstler und ihre Teams dürfen nicht mehr visafrei in die EU einreisen – ein Umstand, der seitens der Musikbranche wiederholt heftig kritisiert wurde. Bei all der Kritik versucht Dowden jetzt, nach Politikerart das Wenige, was er erreicht hat, gut zu verkaufen: Er freue sich sehr über die Ergebnisse der »ambitionierten« Verhandlungen mit Norwegen, Island und Liechtenstein verkündete Dowden vergangene Woche, Musiker, Künstler und Supportcrews könnten nun ohne Probleme dorthin reisen. Die Reaktionen fielen verärgert bis sarkastisch aus: »Ah ja. Die klassische Norwegen-Island-Liechtenstein-Tour. Absolut erbärmlich«, twitterte der Bassist der Band Suede. Nun hat Dowden versucht, seine Popaffinität zu demonstrieren – mit eher fragwürdigem Ergebnis. Der Jurist stellte eine Playlist für Spotify zusammen, die er »Songs To Get Vaccinated To« nannte. Mit diesem Impf-Soundtrack hat er sich so richtig in die Nesseln gesetzt. Mit alten Discohits wie »Celebration« von Kool & The Gang könne man kaum junge Leute begeistern, befindet der Musikkritiker des »Telegraph«. Vernichtend fasst er zusammen, diese Playlist höre sich an, als habe sie »ein Hochzeits-DJ zusammengestellt, für ein mittelaltes Paar, das zum zweiten Mal heiratet«.

Aus: DER SPIEGEL 24/2021

Illustration: Maren Amini für DER SPIEGEL

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