Amber Heard über Johnny Depp "Er warf alle Flaschen, die in Reichweite waren"

Johnny Depp habe sie angegriffen und mit dem Tod bedroht, sagt Amber Heard. Weil ein Boulevarblatt darüber berichtet, stehen die Schauspieler nun vor Gericht. Dort erneuert Heard die Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann.
Amber Heard verlässt das Londoner Gericht

Amber Heard verlässt das Londoner Gericht

Foto: Aaron Chown/ dpa

Im Verleumdungsprozess von Johnny Depp hat Amber Heard weitere Vorwürfe gegen den Schauspieler vorgebracht. Im Jahr 2015 habe Depp in Australien etwa 30 Flaschen "wie Granaten" nach ihr geworfen, sagte seine Ex-Frau am Mittwoch vor einem Londoner Gericht.

"Er warf alle Flaschen, die in Reichweite waren - alle bis auf eine Magnum-Weinflasche", sagte die Schauspielerin im Zeugenstand. Depp soll sich bei dem Vorfall einen Teil seines Fingers abgetrennt haben. Der Hollywoodstar gab seiner Ex-Frau die Schuld an der Verletzung. Sie habe "vor Wut" eine Flasche zerbrochen.

Heard hatte Depp bereits an anderen Prozesstagen beschuldigt, ihr bei mehreren Gelegenheiten gedroht zu haben, sie zu töten. Zudem sei sie verbaler und physischer Gewalt ausgesetzt gewesen, während er unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen stand.

Der 57-jährige Schauspieler hingegen bestreitet die Vorwürfe. Er stellt seine Ex-Frau als berechnende und unehrliche Fantastin dar, die sein Leben zerstören will. Sie sei der "aggressive Teil" in der konfliktreichen Beziehung gewesen.

In dem Verfahren in London geht es um einen Artikel der "Sun" aus dem Jahr 2018, in dem Chefredakteur Dan Wootton die Schriftstellerin Joanne K. Rowling dafür kritisiert, dass sie dem "Ehefrauen-Schläger" (wife beater) Depp eine Rolle in der Filmreihe "Phantastische Tierwesen" gegeben habe. Der Artikel bezieht sich auf eine Reihe von Heards Aussagen zu Depps gewalttätigem Verhalten.

"Eine der schlimmsten und gewalttätigsten Nächte unserer Beziehung"

Bei dem Kreuzverhör am Mittwoch befragte Depps Anwältin Eleanor Laws die Schauspielerin auch zu einem angeblichen Vorfall im Dezember 2015 in Los Angeles, den Heard als "eine der schlimmsten und gewalttätigsten Nächte unserer Beziehung" bezeichnete. Depp habe sie geohrfeigt, sie an den Haaren durch ihre Wohnung geschleift und ihr dann wiederholt auf den Kopf geschlagen. Sie habe am ganzen Körper Blutergüsse gehabt, führte Heard aus. Zuvor hatte Depps Anwältin sie mit der Aussage einer Krankenschwester konfrontiert. Demnach hatte Heard keine Blutergüsse.

Johnny Depp und Amber Heard im September 2015

Johnny Depp und Amber Heard im September 2015

Foto: Ettore Ferrari/ dpa

Depp gehört zu den bestbezahlten Darstellern in Hollywood. Er und Heard hatten sich bei den Dreharbeiten zum Film "The Rum Diary" kennengelernt. Sie trennten sich im Jahr 2016 nach nur 15 Monaten Ehe und trugen danach einen monatelangen Rosenkrieg aus.

2017 wurden die beiden Schauspieler geschieden. Depp zahlte seiner Ex-Frau eine Abfindung in Höhe von sieben Millionen Dollar, die die Schauspielerin für wohltätige Zwecke spendete.

Auch in den USA hat Depp wegen der Vorwürfe eine Verleumdungsklage gegen Heard eingereicht. Die hatte in einem Artikel der "Washington Post" über ihre Gewalterfahrungen berichtet - allerdings, ohne Depp beim Namen zu nennen.

sen/AFP/dpa
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